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Berner Sennenhund: Der sanftmütige Riese aus den Alpen

Berner Sennenhund

Der Berner Sennenhund

Kurzinfos & Steckbrief

Der Berner Sennenhund ist der Inbegriff von Gemütlichkeit und Treue. Ursprünglich in den Schweizer Alpen als Wach-, Treib- und Zughund auf Bauernhöfen eingesetzt, ist er heute einer der beliebtesten Familienhunde weltweit. Mit seiner markanten dreifarbigen Zeichnung und dem langen, glänzenden Fell wirkt er majestätisch und freundlich zugleich. Er zeichnet sich durch eine enorme Geduld und eine hohe Reizschwelle aus, was ihn besonders für Familien mit Kindern attraktiv macht. Der „Berner“ ist ein loyaler Begleiter, der engen Familienanschluss braucht und trotz seiner Größe durch ein sanftmütiges, unkompliziertes Wesen besticht.

  • Herkunftsland: Schweiz
  • FCI-Standard: Gruppe 2 (Pinscher/Schnauzer/Molosser), Sektion 3 (Nr. 45)
  • Größe: Rüden 64-70 cm | Hündinnen 58-66 cm
  • Gewicht: Rüden bis ca. 50 kg | Hündinnen bis ca. 40 kg
  • Besonderheit: Charakteristisches dreifarbiges (tricolor) langes Fell.
  • Charakter: Gutmütig, anhänglich, selbstsicher und friedfertig.

Geschichte und Herkunft: Vom "Dürrbächler" zum Weltstar

Der Berner Sennenhund blickt auf eine lange Tradition als vielseitiger Bauernhund in den Schweizer Alpen zurück. Ursprünglich wurde er in der Gegend um Bern, insbesondere im Weiler Dürrbach, gezüchtet, weshalb er anfangs noch als "Dürrbächler" bekannt war. Seine Aufgaben waren so vielfältig wie das Leben auf der Alm: Er bewachte Haus und Hof, trieb das Vieh auf die Weiden und diente den ärmeren Bauern als kräftiger Zughund, um Milchkarren zu den Käsereien zu ziehen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Rasse durch engagierte Züchter stabilisiert und 1907 der erste Rasseclub gegründet. Durch sein markantes, dreifarbiges Aussehen und sein außergewöhnlich sanftes Wesen gewann er schnell Liebhaber weit über die Grenzen der Schweiz hinaus. Heute ist er einer der bekanntesten und beliebtesten Familienhunde weltweit, auch wenn er seine Wurzeln als fleißiger Arbeitshund nie ganz verleugnet hat.


Wesen und Charakter: Ein Fels in der Brandung

Vom Wesen her ist der Berner Sennenhund selbstsicher, gutmütig und ausgesprochen freundlich. Er gilt als einer der ausgeglichensten Hunde überhaupt und lässt sich so schnell durch nichts aus der Ruhe bringen. In der Familie zeigt er sich loyal, anhänglich und oft fast schon verschmust, trotz seiner stattlichen Größe.

Der Berner besitzt einen ausgeprägten Wachtrieb, ohne dabei jedoch zur Aggressivität zu neigen. Er meldet Fremdes zuverlässig an und beschützt sein Territorium souverän durch bloße Präsenz. Gegenüber Kindern ist er meist extrem geduldig und vorsichtig, was ihn zu einem idealen Familienbegleiter macht. Er sucht stets die Nähe seiner Menschen und möchte als vollwertiges Familienmitglied am Leben teilnehmen.


Haltung: Platz und Anschluss sind Pflicht

Berner Sennenhund Portrait

Der Berner Sennenhund

Die Haltung eines Berner Sennenhundes stellt spezifische Anforderungen an das Wohnumfeld. Aufgrund seiner Größe und seines Bewegungsdrangs benötigt er unbedingt ein Haus mit Garten. Er liebt es, draußen zu liegen und sein "Revier" im Auge zu behalten. Eine reine Wohnungshaltung, insbesondere in höheren Etagen ohne Aufzug, ist für diese Rasse nicht geeignet. Wie bei allen großen Hunderassen können Treppenstufen die Gelenke (Hüfte und Ellenbogen) stark belasten.

Ein absolutes Tabu ist die Zwingerhaltung. Der Berner benötigt ein hohes Maß an Menschenkontakt. Wird er isoliert, verkümmert seine freundliche Seele. Er braucht die emotionale Sicherheit seines Rudels, um sein ausgeglichenes Wesen entfalten zu können. Zudem sollte man beachten, dass das lange, dichte Fell ihn zwar perfekt vor Kälte schützt, er aber bei heißem Wetter schnell an seine Grenzen stößt. Im Sommer braucht er unbedingt kühle Rückzugsorte.


Erziehung und Auslastung: Köpfchen statt Schnelligkeit

Berner Sennenhunde sind intelligent und lernwillig, haben aber manchmal ihr eigenes Tempo. Sie eignen sich weniger für Hundesportarten, die extreme Wendigkeit und Schnelligkeit erfordern (wie klassisches Agility), da dies ihre Gelenke zu sehr belasten würde. Stattdessen glänzen sie in Bereichen, die Ausdauer und "vorausahnenden Gehorsam" erfordern.

Sinnvolle Beschäftigungen:

  • Zughundearbeit: In Anlehnung an seine Geschichte als Milchwagenhund.
  • Rettungshunde- & Fährtensuche: Seine ruhige, konzentrierte Art ist hier ein großer Vorteil.
  • Besuchshunde-Dienst: Wegen seines sanften Wesens ideal für Seniorenheime oder Schulen.
  • Lange Wanderungen: Bei kühlen Temperaturen ist er ein ausdauernder Begleiter.


Fell und Pflege: Die dreifarbige Pracht

Das Fell des Berners ist lang, glänzend und entweder schlicht oder leicht gewellt. Die markante Dreifarbigkeit ist streng festgelegt:

  • Grundfarbe: Tiefschwarz.
  • Brand: Sattes Braunrot an den Backen, über den Augen, an den Läufen und auf der Brust.
  • Abzeichen: Weiß an der Blesse (Kopf), an der Kehle/Brust sowie oft an den Pfoten und der Rutenspitze.

Die Pflege erfordert regelmäßigen Einsatz von Bürste und Kamm, besonders während des Fellwechsels. Da er viel Schmutz von draußen im Fell davontragen kann, sollte man eine gewisse Toleranz gegenüber Hundehaaren im Haus mitbringen.


Gesundheit: Die Schattenseite der Rasse

Leider hat der Berner Sennenhund eine vergleichsweise geringe Lebenserwartung, die aktuell im Durchschnitt bei nur 7 bis 9 Jahren liegt. Dies liegt an einer erhöhten Anfälligkeit für bestimmte Erkrankungen:

  • Gelenkprobleme: Hüftgelenks- (HD) und Ellbogendysplasie (ED).
  • Krebserkrankungen: Besonders die Histiozytose ist bei der Rasse überdurchschnittlich häufig.
  • Nierenerkrankungen: Chronische Probleme können vorkommen.
  • Magendrehung: Wie bei allen großen Rassen mit tiefem Brustkorb ein Risiko.

Beim Kauf ist die Wahl eines seriösen Züchters, der auf Langlebigkeit und Gesundheit selektiert, daher wichtiger denn je.


Häufige Fragen (FAQ) zum Berner Sennenhund

Ist der Berner Sennenhund für Anfänger geeignet?
Ja, aufgrund seines gutmütigen Wesens und seiner Lernbereitschaft ist er ein guter Anfängerhund, sofern man den Platz und die Zeit für die Fellpflege hat.

Braucht ein Berner Sennenhund viel Auslauf?
Er braucht regelmäßige, aber keine extrem sportlichen Spaziergänge. Geistige Auslastung und freie Bewegung im eigenen Garten sind ihm oft wichtiger als langes Joggen.

Verträgt sich der Berner mit anderen Tieren?
In der Regel ist er sehr sozialverträglich und kommt sowohl mit anderen Hunden als auch mit Katzen oder Nutztieren meist hervorragend aus.

Haart ein Berner Sennenhund stark?
Ja, durch das lange Deckhaar und die dichte Unterwolle verliert er das ganze Jahr über Haare, im Fellwechsel sogar sehr viele.


Bildergalerie: Berner Sennenhund

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12 Gedanken zu „Berner Sennenhund“

  1. Hallo, wir hatten unseren Berner – Anka -16 Jahre lang. War ein toller Familienhund, blitzgescheit, treu. Hat gerne gefressen, weniger spazieren gegangen, aber gerne geschwommen, bis kurz vor seinem Tod. Nun haben wir seit 2 Monaten einen neues, junges Bernersennenmädchen. Wir haben wahnsinnige Probleme denn sie hat 2 Gesichter. Sie ist lieb und nett und im nächsten Moment fällt sie mich an, knurrt und beißt gezielt in Hand oder Wade. Beim Spazierengehen ist es am schlimmsten. Sie fällt mich regelrecht an. Leute die das beobachten wechseln angsterfüllt die Straßenseite. Wir gehen von Anfang an in die Hundeschule und hatten auch schon eine Hundetrainerin daheim. Hat aber bis jetzt nichts genützt. Bei meinem Mann ist es besser, aber bei mir ist es schlimm. Mir gegenüber ist sie besonders agressiv. Wer kann uns Rat geben? Wir wollen sie doch behalten.

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  2. Unser Berner musste letzte Woche aufgrund einer Krebserkrankung mit nur 5 Jahren eingeschläfert werden. Er war ein wundervoller und liebevoller Hund. Bitte schafft Euch keinen Berner an, wenn ihr nicht viel Zeit mit ihm verbringen könnt, sein Leben ist oft viel zu kurz.

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  3. Ich liebe berner sennenhunde sooooo sehr;-)
    Die sind so toll ich wünsche mir ganz gerne einen aber das dauert noch bis wir umziehen aber ich kanns jetzt schon kaum erwarten mein Traum wird war❤️

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  4. Hallo, ich muss auch sagen ein Bernersennenhund ist ein toller Hund und wenn man Glück hat werden sie auch älter als 10 mein Berner-Mädchen ist nun schon 13 Jahre und nach wie vor eine treue Begleiterin.

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  5. Oh, wir lieben diese Rasse auch so sehr und unser Tobi musste leider mit fast 10 Jahren von seiner Erkrankung (Lungenkrebs) erlöst werden. Vergessen werden wir unseren tollen Begleiter nie!!!!! Aber einen Trost findet man in einem Berner Welpen. Unser Ben ist ein richtiger Schatz und brachte uns wieder zum Lächeln. Diese sanften Riesen sind einfach klasse.

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  6. Hallo, ich kann nur sagen das unser Benny (Bernersennenhund) ein echter Freund war. Leider ist er nur 9 Jahre alt geworden, und ist uns bei einer Not-OP verstorben. (Magendrehung+Nierenriss=Verbluttet). Das ist nun schon ein halbes Jahr her, aber wir vermissen Ihn immer noch. Vieleicht werden wir eines Tages wieder einen Hund bekommen, dann wird es bestimmt nur eine Rasse geben, einen Bernner, die sind freundlich und einfach lieb !!!!!!!!!

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  7. ich liebe ihn. der berner ist einfach der perfekte hund für mich. (:
    er ist so schön groß kräftig. aber trotzdem irgendwie ein schoßhund, so liebenswürdig und verschmust! ((:
    der perfekte hund.

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    • Ich heiße Andreas und werde in ein paar Tage auch einen haben mit den Namen Milo er ist Eineinhalb Jahr alt und ich hol ihn aus dem Tierheim ich habe ihn gesehen und sofort in ihn verliebt es ist ein Wunderschönes Tier und ich habe mich schlau gemacht Über das Verhalten und Krankheiten es ist traurig dass er nicht so eine große Lebens Erwartung hat und man sollte die Zeit genießen solange wie er da ist

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