Bernhardiner: Der sanftmütige Retter aus den Schweizer Alpen

Der Bernhardiner
Kurzinfos & Steckbrief
Der Bernhardiner, oder St. Bernhardshund, ist das Symbol für Rettung und Treue. Als Schweizer Nationalhund bekannt, beeindruckt er nicht nur durch seine enorme Größe, sondern vor allem durch sein tiefenentspanntes und liebevolles Wesen. Ein majestätischer Riese, der trotz seiner Kraft eine unglaubliche Sanftheit ausstrahlt.
- Herkunftsland: Schweiz
- FCI-Standard: Gruppe 2.2 (Molosser, doggenartige Hunde) / Nr. 61
- Größe: Rüden 70-90 cm | Hündinnen 65-80 cm
- Gewicht: Mindestens 60 kg (oft bis zu 85 kg oder mehr)
- Besonderheit: Berühmtester Rettungshund der Geschichte; zwei Fellvarianten
Geschichte: Die Legende vom Hospiz am Großen St. Bernhard
Die Geschichte des Bernhardiners ist untrennbar mit dem Hospiz auf dem Pass des Großen St. Bernhard verbunden. Mönche gründeten dieses Refugium im 11. Jahrhundert für Reisende und Pilger. Ab dem 17. Jahrhundert wurden dort große Bauernhunde zur Bewachung und zum Schutz gehalten.
Weltberühmt wurden diese Hunde jedoch als Rettungshunde. In den Chroniken ist vermerkt, dass sie unzähligen Menschen das Leben retteten, die im Schnee und Nebel die Orientierung verloren hatten. Der bekannteste Vertreter war „Barry“, der im frühen 19. Jahrhundert gelebt haben soll und dem die Rettung von über 40 Menschen zugeschrieben wird. Das Bild des Bernhardiners mit dem Schnapsfass um den Hals ist übrigens eine Legende, die vermutlich auf ein Gemälde zurückgeht - in der Realität trugen die Hunde keine Fässer, sondern suchten autark nach Verschütteten.
Erscheinungsbild: Ein Gigant in Weiß und Rotbraun
Der Bernhardiner ist ein Hund von beeindruckender Masse und Erhabenheit. Er ist einer der schwersten und größten Hunderassen der Welt. Sein massiver Kopf mit dem freundlichen, leicht traurigen Blick ist sein Markenzeichen.
Fell und Farben:
- Zwei Varianten: Es gibt den Kurzhaar (Stockhaar), der dem ursprünglichen Typ der Hospizhunde entspricht, und den Langhaar. Der Langhaar-Typ entstand erst im 19. Jahrhundert durch die Einkreuzung von Neufundländern.
- Färbung: Die Grundfarbe ist Weiß mit rotbraunen Platten oder einem durchgehenden Mantel über Rücken und Flanken. Auch gestromte oder braungelbe Variationen kommen vor. Wichtig sind die weißen Abzeichen an Brust, Pfoten, Rutenspitze und die weiße Blesse.
- Gesicht: Typisch ist die dunkle „Maske“, die den Augen ihren charakteristischen Ausdruck verleiht.
Wesen: Sanftmut auf vier Pfoten

Trotz seiner imposanten Erscheinung ist der Bernhardiner im Grunde ein sensibles „Riesenbaby“. Er zeichnet sich durch eine enorme Ruhe und Gelassenheit aus. Kaum etwas kann diesen Hund so leicht aus der Fassung bringen. Er spürt die Stimmungen in seiner Familie sehr genau und reagiert oft mit großer Empathie.
Innerhalb der Familie ist er extrem treu und anhänglich. Er liebt den engen Kontakt zu seinen Menschen und ist besonders im Umgang mit Kindern ein wahrer „Nanny-Hund“ - geduldig, vorsichtig und beschützend. Dennoch sollte man seinen natürlichen Schutztrieb nicht unterschätzen. Er bellt zwar wenig, aber wenn er Haus und Hof bewacht, reicht meist schon seine bloße Präsenz aus, um Unbefugte abzuschrecken. Er besitzt zudem einen gewissen Eigensinn: Er hinterfragt Kommandos zwar nicht aggressiv, lässt sich aber gerne Zeit bei der Ausführung.
Haltung: Viel Platz und kühle Köpfe gesucht
Ein Bernhardiner gehört nicht in eine Stadtwohnung. Er braucht Platz - viel Platz. Ein Haus mit einem großen, sicher eingezäunten Garten ist ideal. Aufgrund seiner Größe und Masse sind Treppen ein absolutes Tabu, besonders in der Wachstumsphase.
Was man bei der Haltung beachten muss:
- Bewegungsdrang: Er ist kein Leistungssportler. Gemütliche Spaziergänge reichen ihm völlig aus. Er neigt bei Hitze schnell zur Überhitzung und sollte im Sommer nur in den kühlen Morgen- oder Abendstunden bewegt werden.
- Sabber-Faktor: Man muss ehrlich sein - Bernhardiner können, besonders nach dem Trinken oder bei Vorfreude auf Futter, stark sabbern. Ein Handtuch sollte immer griffbereit sein.
- Kosten: Futter, Tierarztkosten (Medikamente werden nach Gewicht dosiert!) und Zubehör fallen bei einem 80-kg-Hund massiv ins Gewicht.
Erziehung: Liebevolle Konsequenz für schwere Jungs
Bei einem Hund, der schwerer werden kann als sein Besitzer, ist Erziehung keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Die Grundausbildung muss im Welpenalter beginnen, solange der Hund noch körperlich zu händeln ist.
Bernhardiner brauchen eine liebevolle, aber konsequente Führung. Sie reagieren sehr empfindlich auf harte Bestrafung. Da sie eher gemütlich veranlagt sind, erreicht man mit positiver Verstärkung und viel Geduld die besten Ergebnisse. Ein gut erzogener Bernhardiner ist ein souveräner Begleiter, der sich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt.
Gesundheit: Die Last der Größe
Leider teilen Bernhardiner das Schicksal vieler Riesenrassen: Ihre Lebenserwartung ist mit etwa 8 bis 10 Jahren eher gering. Umso wichtiger ist die Wahl eines seriösen Züchters.
- Gelenkprobleme: Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellbogendysplasie (ED) sind bei diesem Gewicht ein großes Thema.
- Magendrehung: Wie bei allen großen Rassen mit tiefem Brustkorb besteht ein akutes Risiko. Ruhe nach dem Fressen ist lebenswichtig.
- Osteosarkom: Diese Form des Knochenkrebses tritt bei Riesenrassen leider überdurchschnittlich häufig auf.
- Augen: Hängelider (Ektropium) können zu Entzündungen führen und müssen oft tierärztlich überwacht werden.
Häufige Fragen (FAQ) zum Bernhardiner
Braucht der Bernhardiner wirklich ein Schnapsfass?
Nein, das ist ein Mythos! Die Hunde trugen im Rettungseinsatz nie Alkohol bei sich. Das Fass ist ein rein dekoratives Symbol geworden.
Ist der Kurzhaar oder Langhaar pflegeleichter?
Der Kurzhaar-Bernhardiner ist etwas unkomplizierter, aber beide Varianten haaren recht stark. Regelmäßiges Bürsten ist bei beiden ein Muss.
Ist er als Ersthund geeignet?
Nur wenn man sich der körperlichen Dimensionen und der Kosten bewusst ist. Man sollte sich zutrauen, einen sehr kräftigen Hund souverän zu führen.
Bildergalerie: Bernhardiner
Bilder der sanften Riesen aus den Alpen:










Wir haben einen Welsh Corgi Pembroke(2jahre)und einen bernhardiner (2).Trotz dem Grössen unterschied,
verstehen sie sich super.
Habe eine Bernhardiner – Hündin. Sie ist ein ausgebildeter Therapiehund. Der Bernhardiner ist dafür sehr geeignet, da er ruhig ist und ihn kann nichts aus der Ruhe bringen.
Arbeite mit Senioren im Altenheim – Autistische Kinder-
u.s.w.
Der Bernhardiner ist ein toller Familienhund und eignet sich auch gut als Therapiehund. Auch der Umgang mit Kindern stellt dabei kein Problem dar!
Lg