Bordeauxdogge: Der sanftmütige Koloss mit dem goldenen Herzen

Die Bordeauxdogge
Kurzinfos & Steckbrief
Die Bordeauxdogge (Dogue de Bordeaux) ist eine der ältesten Hunderassen Frankreichs. Sie beeindruckt durch ihre massive Erscheinung und ihren kraftvollen Körperbau, doch wer hinter die Kulissen blickt, findet einen sensiblen, loyalen und zutiefst liebevollen Begleiter. Ein wahrer „sanfter Riese“.
- Herkunftsland: Frankreich
- FCI-Standard: Gruppe 2.2 (Molossoide, doggenartige Hunde) / Nr. 116
- Größe: Rüden 60-68 cm | Hündinnen 58-66 cm
- Gewicht: 40 kg bis über 65 kg
- Besonderheit: Charakteristischer, massiver Kopf mit Faltenbildung und ausdrucksstarken Augen
Geschichte: Vom antiken Krieger zum treuen Begleiter
Die Wurzeln der Bordeauxdogge lassen sich bis zu den Molossern der Antike zurückverfolgen. Im Südwesten Frankreichs, insbesondere in der Region rund um Bordeaux, wurde sie über Jahrhunderte als vielseitiger Arbeitshund geschätzt. Ihre Einsatzgebiete waren so vielfältig wie gefährlich: Sie bewachte Schlösser und Gutshöfe, schützte Viehherden vor Wölfen und Bären und wurde leider auch für Tierkämpfe eingesetzt.
Während der Französischen Revolution wäre die Rasse fast ausgerottet worden, da sie eng mit dem Adel verbunden war. Doch einige engagierte Züchter retteten den Bestand. Weltweite Bekanntheit erlangte die Rasse spätestens 1989 durch den Film „Scott & Huuch“, in dem eine Bordeauxdogge die Hauptrolle neben Tom Hanks spielte. Heute ist sie kein Kampfhund mehr, sondern ein hochgeschätzter Begleit- und Familienhund, der für seine unerschütterliche Treue bekannt ist.
Erscheinungsbild: Ein Kraftpaket in Falbenfarben
Die Bordeauxdogge ist ein typischer Molosser: kurzstämmig, untersetzt, muskulös und von imposanter Statur. Ihr Körperbau strahlt enorme Kraft aus, ohne dabei plump zu wirken.
Besondere Merkmale:
- Der Kopf: Er ist das markanteste Merkmal. Massiv, breit und von Falten durchzogen, die dem Hund einen nachdenklichen Ausdruck verleihen. Der Unterkiefer ist leicht vorspringend (Vorbiss).
- Fell und Farben: Das Fell ist kurz, fein und weich. Die Farbskala reicht von einem hellen Falb über warmes Isabell bis hin zu einem satten Mahagonirot. Eine rote oder schwarze Maske im Gesicht ist typisch. Einzelne weiße Abzeichen an Brust und Zehen sind erlaubt.
- Der „Doguin“: Historisch wurde eine leichtere, kleinere und wendigere Varietät der Bordeauxdogge als Doguin bezeichnet. Heute spielt diese Unterscheidung in der offiziellen Zucht kaum noch eine Rolle, beschreibt aber den Trend zu funktionaleren, beweglicheren Hunden.
Wesen: Sensibler Riese mit Schutzinstinkt

Lassen Sie sich nicht von der grimmig wirkenden Miene täuschen: Die Bordeauxdogge ist ein absoluter Gefühlshund. Sie ist ihrer Familie gegenüber überaus anhänglich und braucht den physischen Kontakt zu ihren Menschen wie die Luft zum Atmen. Eine Zwingerhaltung wäre für die Seele dieses Hundes absolut verheerend.
Im Alltag zeigt sie sich meist ruhig und ausgeglichen. Sie hat eine sehr hohe Reizschwelle und lässt sich nicht leicht provozieren. Wenn es jedoch darauf ankommt, erwacht ihr natürlicher Schutzinstinkt. Sie verteidigt ihr Territorium und ihre Liebsten mutig und entschlossen, dabei jedoch stets besonnen und niemals grundlos aggressiv. Fremden gegenüber verhält sie sich meist misstrauisch-reserviert, bis ihr Besitzer signalisiert, dass alles in Ordnung ist.
Haltung: Viel Platz für viel Hund
Aufgrund ihrer Größe und Masse ist die Bordeauxdogge kein Hund für eine kleine Etagenwohnung ohne Aufzug. Gelenkschonendes Wohnen im Erdgeschoss oder in einem Haus mit Garten ist ideal.
Was man vor dem Kauf bedenken sollte:
- Bewegungsdrang: Ihr Drang nach sportlichen Höchstleistungen ist mäßig. Gemütliche, ausgiebige Spaziergänge liebt sie jedoch sehr. Als Welpe und Junghund darf sie keinesfalls überlastet werden (kein Treppensteigen!), um die Gelenke zu schonen.
- Sabber-Faktor: Molosser-typisch kann eine Bordeauxdogge nach dem Trinken oder bei Vorfreude auf Futter ordentlich sabbern. Ein gewisses Maß an Unempfindlichkeit seitens des Besitzers ist hier von Vorteil.
- Kostenfaktor: Alles ist teurer bei einem Riesen - vom Futter über die Medikamente beim Tierarzt bis hin zum Zubehör.
Erziehung: Liebevolle Konsequenz statt Drill
Die Bordeauxdogge ist ein intelligenter und eigenständiger Denker. Sie wird niemals einen „Kadavergehorsam“ zeigen wie ein Schäferhund. Befehle werden oft erst einmal auf ihre Sinnhaftigkeit geprüft, bevor sie (gemächlich) ausgeführt werden.
Die Erziehung erfordert Geduld und liebevolle Konsequenz. Wer versucht, diesen Hund mit Härte zu brechen, wird nur Sturheit und Rückzug ernten. Mit positiver Verstärkung und einer engen Bindung lässt sie sich jedoch wunderbar zu einem angenehmen Begleiter formen. Besonders wichtig ist eine frühe Sozialisierung mit anderen Hunden, damit die Kraft des ausgewachsenen Tieres später kontrollierbar bleibt.
Gesundheit: Die Kehrseite der Größe
Leider hat die Bordeauxdogge, wie viele sehr große Rassen, eine vergleichsweise geringe Lebenserwartung von nur 6 bis 8 Jahren. Eine verantwortungsvolle Zucht ist daher das A und O.
Typische gesundheitliche Risiken:
- Magendrehung: Ein akuter Notfall, der bei großen Hunden mit tiefem Brustkorb häufiger vorkommt. Mehrere kleine Mahlzeiten und Ruhe nach dem Fressen sind Pflicht.
- Gelenke (HD & ED): Hüftgelenks- und Ellbogendysplasie sind Themen, auf die seriöse Züchter ihre Elterntiere streng prüfen müssen.
- Herzprobleme: Kardiologische Erkrankungen sollten regelmäßig kontrolliert werden.
- Haut & Falten: Die Gesichtsfalten müssen sauber und trocken gehalten werden, um Entzündungen und Hautpilze zu vermeiden.
Häufige Fragen (FAQ) zur Bordeauxdogge
Ist die Bordeauxdogge ein Listenhund?
Das variiert je nach Bundesland (in Deutschland) oder Kanton (in der Schweiz). In einigen Regionen steht sie auf der Liste der potenziell gefährlichen Hunde, was besondere Auflagen (z. B. Wesenstest) mit sich bringen kann. Bitte informieren Sie sich vorab bei Ihrer Gemeinde.
Verträgt sie sich mit Katzen?
Meistens ja. Wenn sie von klein auf an andere Haustiere gewöhnt wird, ist die Bordeauxdogge sehr tolerant und friedfertig im Umgang mit Mitbewohnern.
Wie viel frisst eine Bordeauxdogge?
Eine ausgewachsene Dogge benötigt beträchtliche Mengen an hochwertigem Futter. Man sollte mit monatlichen Futterkosten im dreistelligen Bereich rechnen.
Bildergalerie: Bordeauxdogge
Eindrucksvolle Impressionen einer stolzen Rasse:










@ JoJo, hi ich würde an deiner Stelle eine gute Hundeschule besuchen oder am besten gleich bei einem Hundeprofi Einzelunterricht nehmen. Auch eine Probelektion bei einem solchen Anbieter macht Sinn, das Geld zu investieren soll sich letztendlich lohnen und nicht alle „Profis“ sind das was sie vorgeben. Herangehensweisen für Verhaltensveränderungen gibt es viele, ich denke auf den Kontext kommt es an. Viel Erfolg
hallo ihr lieben,
ich bräuchte mal euern rat.mein mann und ich haben einen 2j bx rüden von einer jungen familie übernommen,das herrchen war oft auf beruflich unterwegs und seine frau war in der rangordnung eher unter dem hund laut seiner erzählungen!ich habe eignetlich überhaupt keine probleme mit ihm was dies angeht er gehorcht und hat auch verstanden das ich über ihm stehe,das einzige problem an der ganzen sache ist dass wenn ich mit ihm spazieren gehe und wir auf andere hunde treffen er auf diese los prescht ich ihn nicht vernunftig halten kann und er nicht zum stehen kommt bis er bei dem andern hund angekommen ist!eigntlich nicht das problem wenn da nicht noch die anderen besitzer wären die denken das er ihrem klein wauzi was tun will oder diese selber angst haben und naturlich mein arm der danach immer ausgeleihert ist und meine stimme die danach flöten geht!er gehorcht auf kein komando mehr als hätter er das hirn aus geschaltet!da seine vorbesitzer verpasst haben ihm zu zeigen das andere hunde nicht besonderes sind will er nun zu jedem hin und spielen,meine frage nun wie bekomme ich es hin das er sich für andere hunde nicht mehr so interessiert,wir an den vorbei kommen ohne das ich umdrehen muss bevor er sie sieht damit er mich nicht hinterher zieht und wir irgendwann alls schrecken des dorfes zählen! liebe grüße und danke im vorraus
Ist es wirklich so schlimm mit dem Sabern bei dem Hund??
In erster Linie ist die Bordeauxdogge einfach ein Hund!!
hat man sie von einem verantwortungsvollen Züchter bekommt man auch Erziehungstipps mit auf den Weg, natürlich ist auch jede einzelne BX ein Individuum, so ist die eine ein sehr aufgewecktes Kerlchen und eine andere ein eher ruhiger Vertreter seiner Rasse. Ich hatte bis dato keine einzige die nicht mit freude auf dem Hundeplatz mitgearbeitet hätte. Die Bx kann man wunderbar mit Nasenarbeit beschäftigen, kann euch auch das Buch die hundeuni empfehlen, da werdet ihr staunen was euere BX alles draufhaben, die meisten Probleme in der erziehung beruhen leider darauf, das dieses kleine runzelige Kerlchen soo süüß! ist und ihm als Welpe alles durchgelassen wird, das er eben als Jugendlicher oder adulter Hund auch für sich beansprucht, es dann allerdings eben nicht mehr niedlich ist was er DA tut mit liebe und Konsequenz aber OHNE körperliche züchtigung geht man hier den Weg der Freundschaft . Bei den 5minuten die manche Hundekinder haben, reicht es manchmal auch sie ganz ruhig mit beiden Händen oder Armen, je wie ihr Vertrauen zum zweibeiner ist , solange zu halten bis man das Gefühl hat das es sich beruhigt hat, dabei aber gar nicht so viel reden, einfach wieder ablassen und so tun als ob nichts wäre. Wir können sehr viel von unseren Hunden lernen!!!liebe grüße Sandra& vierbeiner
Hallo, eine junge Bordeauxdogge brauch auch mal “ Ihre 5 Minuten.“ Schön ist es natürlich wenn sie das draußen beim Spielen macht. Erzogen wird sie nur mit Worte, und nicht aderst, denn die Bordeauxdoggen können auch sehr nachtragend sein. Wenn man sich vor dem Kauf damit beschäftigt und gewisse
Regeln befolgt, bekommt man einen Hund der ein überallhin folgt. Wer einmal von dem Charme, der Bordeauxdoggen, dieser sanften Riesen verzaubert wurde, die Liebe zu dieser Rasse entdeckt hat, ist ihr für immer verfallen!
Gern bieten wir Beratung an, über unsere HP
Hallo zusammen, wir haben uns auch für ein verschmustes Familienmitglied entschieden. Nur habe ich noch keine Ahnung wie sich die Bordeaux Doggen verhalten.
Ich habe schon gehort, dass sie extrem „sabern“ stimmt das? Und dass sie sehr eigenwillig sind. Wir haben beide nur wenig erfahrung mit Hunden allgemein. Die Mutter meines Freundes hatte schon 2, wobei er nicht viel zur Erziehung beigetragen hat als manchmal Gassi zu gehen und zu spielen. Leider habe ich im Internet nicht viele Informationen bekommen ob dies Rasse als „Ersthaltung“ geeignet ist.
Könnt ihr mir da weiterhelfen und ggf. einige Tipps geben? Wir möchten uns schon gut darauf vorbereiten.
Vielen Dank…
Wir haben auch einen 8 Monate jungen Rüden und eine 2 Jährige Hündin beide sind total Lieb ,verschmust und zutraulich sehr aufmerksam und anhänglich …
Ich habe einen fast 4 Monate alten Rüden. Ich möchte das Verhalten nicht unbedingt als aggressiv benennen,
aber die „lustigen 5 Minuten“ kenne ich auch. Überschwang der Gefühle, Euphorie, egal wie man es nennt, da muß man dem Tier schon etwas helfen, von
seinem Überschwang runterzukommen. Mit Zwang ist da
wenig drin, eher mit Hinterlist: Ablenken vom“jetzt kämpfen wir noch ein bißchen“. Ihm halt einfach Zeit geben, runterzukommen von dem tollen, erlebnisreichen
Spaziergang, sich halt noch etwas mit ihm beschäftigen,
bis er ruhiger wird.
Hallo mit liebevoller Erziehung ist echt viel kuscheln gemeint und wie mein vorschreiber schon sagt wie bei einem Kleinkind immer wieder aufs neue vrneinen und auch sehr viel loben. Ich habe einen 4 jährigen Rüden und eine 2 jährige Hündin. So ein agressives Verhalten kenne ich nicht.
Liebevolle Erziehung bedeutet, genau diese Rasse nicht am Genick zu packen( Bringt auch nichts, die Liebe und das Vertrauen der Bordeaux
geht auf Dauer verloren!!!)sondern sie durch liebevolles Zureden und streichen zu beruhigen. Kauknochen könnten hier durchaus hilfreich sein um sich alleine zu beschäftigen.
Wir haben zwei Hündinnen im Alter von 4 und 5 Jahren die wir als Welpen aufgenommen haben. Ein solches Verhalten ist uns fremd und passt nicht zur Bordeaux Dogge, da diese Rasse, wenn ihre Bedürfnisse gestillt sind, sich absolut ruhig verhält und außer durch ihre Größe und damit beanspruchten Platz gar nicht auffällt. Vielleicht fühlt die Hündin sich nur einsam oder abgeschoben, weil ihr Platz zu weit von euch entfernt ist. Eine Bordeaux Dogge ist kein Hund im eigentlichen Sinn, ihr solltet sie vielmehr als vollwertiges Familienmitglied betrachten, in diesem Alter wie ein Kleinkind und mit viel Geduld, Respekt und vor allem ganz viel Liebe aufziehen.
Was bedeutet liebevolle Erziehung???
Ich habe eine 5 Monate alte Hündin, die mir so langsam auf der Nase herum tanzt. Beispiel: Sie hat einen Platz im wohnzimmer und jeden Abend um 20:00 Uhr ´dreht sie durch und ist voll im Spielrausch obwohl wir vorher spazieren waren. Ist es falsch sie zu zwingen auf ihrem Platz, platz zu machen? (ich nehme sie im Genick weil sie nicht aufhört zu beissen)
Frage: wieso schreiben das Alter zwichen 6 – 8 Jahren ?????
Ist das evtl. genetisch bedingt ????