Hunde Erziehung

Stubenreinheit beim Welpen

8 Kommentare

Süßer Welpe auf einer Wiese lernt Stubenreinheit

Einen Welpen stubenrein zu bekommen, gilt oft als die erste große Reifeprüfung für frischgebackene Hundebesitzer. Doch keine Sorge: Es ist kein Hexenwerk. Stubenreinheit ist ein natürlicher Lernprozess, der auf Biologie, Vertrauen und Konsequenz basiert.

Die Körpersprache: Die geheime Sprache Ihres Welpen

Hunde kommunizieren ihre Bedürfnisse meist sehr deutlich, bevor das „Unglück“ passiert. Sie müssen nur lernen, diese Signale zu lesen. Achten Sie auf:

  • Plötzliche Unruhe: Der Welpe bricht das Spiel ab und läuft ziellos umher.
  • Intensives Schnüffeln: Er sucht nach einer geeigneten Stelle am Boden.
  • Kreiseln: Viele Hunde drehen sich mehrmals um die eigene Achse, bevor sie sich lösen.
  • Winseln oder Starren: Ein subtiler Hilferuf in Richtung Tür oder Besitzer.

In diesen Momenten gilt: Nicht zögern! Schnappen Sie sich Ihren Hund (auch im Pyjama) und bringen Sie ihn nach draußen.

Der perfekte Löseplatz: Strategie schlägt Zufall

Bringen Sie Ihren Welpen immer an denselben Ort. Warum? Hunde sind Gewohnheitstiere und reagieren stark auf Gerüche. Wenn er an einer Stelle bereits Erfolg hatte, wird der vertraute Geruch beim nächsten Mal wie ein Auslöser wirken.

Wichtig: Wählen Sie einen Platz mit wenig Ablenkung. Ein junger Welpe ist von flatternden Blättern, vorbeifahrenden Autos oder spielenden Kindern schnell so fasziniert, dass er seine Blase völlig vergisst. Sobald er dann wieder in der "langweiligen", sicheren Wohnung ist, entspannt er sich - und lässt laufen. Sich lösen zu können, setzt ein Gefühl von Sicherheit und Entspannung voraus.

Der Zeitplan: Wann Ihr Welpe wirklich raus muss

Die Kontrolle über den Schließmuskel muss erst trainiert werden. In den ersten Wochen sollten Sie sich an diesen Rhythmus halten:

  • Alle 2 Stunden: Tagsüber ist dies das sicherste Intervall.
  • Nach dem Schlafen: Sobald der Welpe die Augen öffnet, muss er raus.
  • Nach dem Fressen/Trinken: Die Verdauung wird sofort angeregt.
  • Nach dem Spielen: Aufregung drückt auf die Blase.

Besonderheit: Stubenreinheit in der Nacht

Nachts fährt der Stoffwechsel herunter, was uns ein wenig mehr Zeit verschafft. Dennoch schaffen es die wenigsten Welpen unter 12-14 Wochen eine ganze Nacht ohne Pause. Der Boxen-Trick: Lassen Sie den Welpen in einer gemütlichen Box oder einem hohen Körbchen direkt neben Ihrem Bett schlafen. Hunde beschmutzen instinktiv nicht ihr eigenes Lager. Wenn er muss, wird er unruhig und winselt - und Sie hören es sofort.


Reinigung & Missgeschicke: Vermeiden Sie Ammoniak!

Wenn es passiert ist: Bleiben Sie ruhig. Schimpfen bringt rein gar nichts (siehe unten). Das wichtigste ist die Reinigung. Vermeiden Sie Reiniger auf Ammoniak- oder Essigbasis. Urin enthält Ammoniak. Wenn Sie damit putzen, riecht es für den Hund so, als hätte ein anderer Hund sein Revier markiert. Das animiert ihn, sofort wieder drüber zu markieren.

Nutzen Sie stattdessen einen speziellen Enzymreiniger aus dem Fachhandel. Dieser zersetzt die organischen Proteine des Urins so gründlich, dass selbst die feine Hundenase nichts mehr wahrnimmt.

Die Biologie: Warum Geduld kein Luxus ist

Ein Welpe kann seine Blase physisch erst ab der 16. Lebenswoche bewusst kontrollieren. Davor ist es fast wie bei einem Baby: Wenn die Blase voll ist, läuft sie über. Eine 100%ige Stubenreinheit vor dem 4. Monat zu erwarten, ist biologisch oft gar nicht möglich. Einige Rassen oder Individuen brauchen sogar bis zum 6. oder 7. Monat, bis das Nervensystem vollständig ausgereift ist.

Die 3 größten Fehler beim Training

  1. Nachträgliches Bestrafen: Die Nase in den Urin zu tunken oder zu schimpfen, wenn das Malheur schon Minuten alt ist, zerstört das Vertrauen. Der Hund verknüpft die Strafe nicht mit dem Pinkeln, sondern mit Ihrer Anwesenheit oder der Stelle.
  2. Zu frühes Vertrauen: Nur weil es 3 Tage geklappt hat, ist der Hund nicht „fertig“. Bleiben Sie wachsam!
  3. Ablenkung beim Lösen: Reden Sie nicht ununterbrochen auf den Hund ein. Geben Sie ihm die Ruhe, die er braucht.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Stubenreinheit

Frage: Mein Welpe hat draußen 30 Minuten gewartet und macht sofort in die Wohnung. Warum?

Antwort: Das ist ein klassisches Anzeichen von Stress oder Überreizung. Draußen war alles zu spannend, um loszulassen. Erst in der sicheren Wohnung fällt der Stress ab, der Körper entspannt sich und die Blase entleert sich. Bleiben Sie draußen einfach noch länger an einer absolut langweiligen Stelle stehen.

Frage: Hilft ein Katzenklo oder Zeitungspapier für den Übergang?

Antwort: Wir raten dringend davon ab! Damit bringen Sie dem Hund bei, dass „drinnen“ grundsätzlich okay ist. Sie müssen das Verhalten später mühsam wieder abtrainieren, was oft doppelt so lange dauert.

Frage: Ab wann sollte ich mir Sorgen machen, wenn er nicht sauber wird?

Antwort: Wenn ein Hund mit 6-7 Monaten trotz konsequentem Training noch täglich mehrmals in die Wohnung macht, sollte ein Tierarzt eine Blasenentzündung, Kristalle im Urin oder andere organische Ursachen ausschließen.

Copyright

Alle Texte auf dieser Webseite (hundeseite.de) sind urheberrechtlich geschützt. Eine Veröffentlichung, Vervielfältigung oder Nutzung jeglicher Inhalte ist ohne vorherige schriftliche Zustimmung ausdrücklich untersagt.

8 Gedanken zu „Stubenreinheit beim Welpen“

  1. @Marina Schneider

    „Zeitungspapier oder Katzenklo?

    Auch wenn sie diese Methode noch so oft hören, lassen sie sich nicht aus Bequemlichkeit dazu hinreißen den Hund einen Platz in der Wohnung zum lösen mit Zeitungspapier auszulegen oder ihm gar ein Katzenklo anzugewöhnen! Das verzögert die wirkliche Stubenreinheit enorm heraus. Viele Besitzer haben danach Probleme dem Hund wieder abzugewöhnen in die Wohnung zu machen, nach dem sie es ihm doch so schön beigebracht haben.

    Ein Hund muss sich draußen lösen können!“ 😉

    Antworten
  2. HILFE!!!
    was kann ich tun, damit mein 11 Wochen junger welpe, auf die zeitung geht,wenn es nötig ist… er macht sogar Pippi in sein Körbchen. ..überall! Nur nicht da wo es hingehört. ..

    Antworten
  3. Hallo wir haben seid Samstag einen 8 fast 9 Wochen alten Labrador Welpen. Ich mache dass mit dem strengen nein und dann raus auf immer wieder den selben Platz auch. Er macht aber trotzdem immer wieder ohne Vorwarnung in die Wohnung. Hätte jemand vielleicht noch Tipps? Danke im Voraus und LG.

    Antworten
  4. Da ein Welpe von der Mutter von der Mutter lernt, dass eigene Nest nicht zu beschmutzen kann man zu einer List greifen.
    Da unsere Paula (Labbi ) auch nicht sauber werden wollte haben wir eine, der endgültigen Größe entsprechende, Flugzeugtransportbox gekauft und sie an diese Box gewöhnt.
    Der Aufenthalt wurde kontinuierlich verlängert und Paula schläft nun (8 Monate alt) ab 22.00 Uhr bis 07.00 ohne Probleme durch. Sie benutzt diese Box auch als Rückzugsort und niemals in die Box oder in die Wohnung gemacht.

    Antworten
  5. @ Ute Haage

    auch wenn Ihr ein gut zugängliches Bett für den Welpen habt, sollte Ihr ihm beibringen dass das Bett -Tabuzone ist. Oder zumindest das Ihr bestimmt wann er das Bett betreten darf.
    Ich bin der Meinung was der Hund in Jungen Jahren beigebracht bekommt verlernt er auch nicht so schnell. Das einzige Problem….wenn Sie nicht so süüüüß wären ;-).
    Ich habe es meinen Hunden so beigebracht:
    1. genau beobachten und das Tiere kennenlernen und deuten können. Schnell wird man verstellen wie das Tier vor dem eigentlichen lösen reagiert.
    2 .sollt das Tier sich mal in der Wohnung gelöst haben unmittelbar nach dem Geschehen darauf mit einem energischen und sich wiederholten Nein schimpfen. Dabei kann man auch gut ein Handzeichen verwenden, bei uns ist es der schimpfende Finger ;-). Heute brauchen Wir nur noch den Finger wenn meine Hunde was nicht machen sollen.
    Beim Pippi machen habe ich mir Sie während dessen Geschnappt und raus gebracht immer an die selbe Stelle und dabei immer energisch Nein gesagt. Dann draußen gewartet bis er fertig war und Ihn anschließend gelobt. Abends musste er Pippi machen dafür habe ich Ihn immer wieder an den selben Platz gesetzt mit den Worten Pippi machen bis er gemacht hat und Ihn dann gelobt.

    Die ersten Erfolge haben Sich bei beiden Hunden schon nach dem zweiten Tag gezeigt, wichtig finde ich auch das man KEINE Gewalt da für braucht. Das wichtige ist das man am Ball bleibt, auch wenn gerade so schön gemütlich im Bett war, ich bin raus so wie ich war um am Ball zu bleiben.
    Die Mühe lohnt sich und irgendwann macht es Spaß, unser Hunde haben soviel Spaß am lernen und Regeln zu befolgen das Wir Ihn all möglichen Kram beigebracht haben.
    Zeit,Geduld und von einander Lernen sind für uns die Grundregeln

    LG
    Joschi

    Antworten
  6. Unser Welpe wird regelmäßig,aller 2-4 Stunden Gassi geführt. Dennoch pinkelt er im Schlafzimmer auf die Bettdecke? Welche Bedeutung kann das haben und wie können wir dagegen vorgehen? Wir schlafen auf dem Boden auf Matrazen… MfG Ute Haage

    Antworten
  7. Finde ich bescheuert mit dem Welpenklo. Das machen aber irgendwie alle Kleinhundezüchter. Warum? Doggenbesitzer oder -züchter würden nie auf die Idee kommen warum bei den Kleinen? Auch wenn es tausendmal sinnvoll sein soll… ich finde es ziemlich bekloppt. Ein Hund ist ein Hund.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar