Cane Corso Italiano: Der imposante Hüter aus Italien
Geschichte und Herkunft: Der Erbe der römischen Molosser
Der Cane Corso Italiano ist ein direkter Nachfahre der altromischen Molosser (Canis Pugnax). Sein Name leitet sich vermutlich vom lateinischen Wort „Cohors“ ab, was so viel wie „Hüter“ oder „Verteidiger von Haus und Hof“ bedeutet. Während sein naher Verwandter, der Mastino Napoletano, eher als schwerer Verteidiger gezüchtet wurde, war der Cane Corso stets der agilere Arbeitshund auf den italienischen Bauernhöfen.
Über Jahrhunderte war er in ganz Italien verbreitet, besonders in Apulien und den angrenzenden Provinzen Süditaliens. Er war ein Multitalent: Er trieb Rinderherden, schützte das Vieh vor Raubtieren und bewachte das Eigentum der Bauern. Mitte des 20. Jahrhunderts wäre die Rasse fast ausgestorben, doch engagierte Liebhaber begannen in den 1970er Jahren mit der Rekonstruktion der Zucht. Erst im Jahr 1996 wurde die Rasse offiziell von der FCI anerkannt.
Wesen und Charakter: Souveränität mit Schutztrieb
Der Cane Corso Italiano ist ein ausgeglichener, ruhiger und äußerst souveräner Hund. Er besitzt ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein und lässt sich im Alltag nicht leicht aus der Ruhe bringen. In seiner Familie zeigt er sich loyal, treu und überraschend verspielt. Er baut eine sehr enge Bindung zu seinen Menschen auf und gilt als geduldig im Umgang mit Kindern, sofern diese den respektvollen Umgang mit Hunden gelernt haben.
Gleichzeitig ist der Cane Corso ein ernsthafter Wach- und Schutzhund. Er verfügt über einen natürlichen Schutztrieb und bewacht Haus, Hof und Familie selbstständig. Fremde ignoriert er meistens, solange sie keine Bedrohung darstellen. Stuft er eine Situation jedoch als gefährlich ein, reagiert er blitzschnell und entschlossen. Er ist kein „Kläffer“; seine bloße Präsenz reicht oft aus, um Eindringlinge abzuschrecken.
Haltung: Kein Hund für Jedermann

Der Cane Corso Italiano
Als großer Hund mit starkem Schutztrieb eignet sich der Cane Corso nicht für beengte Wohnverhältnisse oder das Leben in einer kleinen Stadtwohnung. Er braucht Platz und am besten ein sicher eingezäuntes Grundstück, das er bewachen darf. Seine Eigenschaften erfordern einen verantwortungsbewussten und souveränen Besitzer.
Der Cane Corso ist kein Statussymbol, sondern ein Arbeitshund, der eine Aufgabe braucht. Hundeerfahrung ist bei dieser Rasse von großem Vorteil. Ein Halter muss in der Lage sein, die Signale des Hundes frühzeitig zu lesen und ihn in die richtigen Bahnen zu lenken. Aufgrund seines Gewichts und seiner Kraft ist körperliche Standfestigkeit ebenfalls gefragt. Wichtig zu wissen: In einigen deutschen Bundesländern sowie in Teilen der Schweiz und Österreichs wird der Cane Corso als Listenhund geführt, was spezielle Auflagen für die Haltung mit sich bringt.
Erziehung: Konsequenz statt Härte
Eine frühe Sozialisierung und Erziehung durch kompetente Halter ist beim Cane Corso lebenswichtig. Schon im Welpenalter muss er lernen, verschiedene Menschen, Tiere und Umweltreize positiv zu verknüpfen. Da er sehr intelligent ist, lernt er schnell, hinterfragt aber auch Kommandos, wenn die Führungsperson nicht souverän wirkt.
Die Erziehung sollte mit liebevoller Konsequenz erfolgen. Härte oder Gewalt führen bei diesem stolzen Hund nur zu Misstrauen und Sturheit. Ein Cane Corso möchte eine Partnerschaft mit seinem Besitzer, akzeptiert aber klare Regeln. Ein Besuch in einer guten Hundeschule, die Erfahrung mit molossoiden Rassen hat, ist dringend zu empfehlen.
Auslastung und Sport: Kraft trifft Beweglichkeit
Trotz seiner Größe und seines kräftigen Körperbaus ist der Cane Corso durchaus beweglich und sportlich. Er ist kein Hund, der nur den ganzen Tag faulenzen möchte. Er schätzt lange Spaziergänge und braucht geistige Auslastung.
Geeignete Aktivitäten:
- Fährtenarbeit: Seine gute Nase macht ihn zu einem exzellenten Suchhund.
- Obedience: Fördert die Bindung und den Gehorsam.
- Apportieren: Eine gute Möglichkeit, Kraft und Koordination zu trainieren.
- Wandern: Er ist ein ausdauernder Begleiter auf langen Touren.
Fell und Farben: Die Vielfalt des Italieners
Das Fell des Cane Corso ist kurz, glänzend und sehr dicht. Er besitzt eine dünne Unterwolle, die ihn im Winter schützt, aber bei extremem Frost nicht ausreicht. Die Farbpalette ist vielfältig:
- Klassisch: Schwarz, Bleigrau, Schiefergrau, Hellgrau.
- Falbfarben: Hell bis dunkel (Hirschrot).
- Gestromt: Streifen auf grauem oder falbfarbenem Grund.
Typisch ist die schwarze oder graue Maske bei falbfarbenen Hunden, die nicht über die Augenlinie hinausreichen sollte. Die Pflege ist unkompliziert: Gelegentliches Bürsten reicht aus, um abgestorbene Haare zu entfernen.
Gesundheit & Rassetypische Krankheiten
Wie viele große und schwere Hunderassen hat auch der Cane Corso einige gesundheitliche Schwachstellen, auf die beim Kauf eines Welpen (Achtung: Nur bei seriösen Züchtern kaufen!) geachtet werden sollte:
- HD (Hüftgelenksdysplasie) & ED: Gelenkprobleme sind ein häufiges Thema.
- Herzerkrankungen: Insbesondere die dilatative Kardiomyopathie (DCM).
- Augenerkrankungen: Probleme mit den Augenlidern (Ektropium/Entropium) oder das sogenannte "Cherry Eye".
- Magendrehung: Ein Risiko bei allen tiefbrüstigen, großen Rassen.
Häufige Fragen (FAQ) zum Cane Corso
Ist der Cane Corso ein Anfängerhund?
Nein. Er braucht einen Halter, der Ruhe ausstrahlt und die rassetypischen Schutzeigenschaften sicher lenken kann.
Verträgt sich der Cane Corso mit anderen Hunden?
Bei guter Sozialisierung ist das meist kein Problem. Gleichgeschlechtliche Artgenossen können jedoch im Erwachsenenalter manchmal als Herausforderung angesehen werden.
Ist der Cane Corso gefährlich?
Ein gut erzogener und sozialisierter Cane Corso ist ein friedlicher und verlässlicher Begleiter. Gefährlich wird er nur in den falschen Händen oder bei bewusster Abrichtung.
Wie viel Bewegung braucht er?
Er ist moderat aktiv. Er braucht tägliche Spaziergänge und Beschäftigung, ist aber kein hyperaktiver Hund.
Bildergalerie: Cane Corso Italiano
Entdecken Sie die kraftvolle Eleganz dieser italienischen Rasse:











Also dieser Beschreibung stimme ich im Großen und Ganzen zu; bis auf einen Punkt: Souveränität.
Ich selbst kenne sehr viele CC, doch weder diese noch mein eigener Rüde zeigen diese Eigenschaft… Eher etwas unsicher, zumindest außerhalb des eigenen Reviers.