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Dogo Canario: Der souveräne Wächter der Kanarischen Inseln

Dogo Canario gestromt

Dogo Canario: Kraftvoll und wachsam

Kurzinfos & Steckbrief

Der Dogo Canario, oft auch als Perro de Presa Canario bekannt, ist ein imposanter Molosser von den Kanarischen Inseln (Teneriffa und Gran Canaria). Er ist ein Kraftpaket, das Ruhe und Dominanz ausstrahlt. Ursprünglich als Hüte-, Treib- und Schutzhund für Rinderherden gezüchtet, verkörpert er heute den idealen, unbestechlichen Wächter. Mit seiner massiven Statur und seinem ausgeglichenen, aber entschlossenen Wesen ist er ein Hund für Kenner, die eine loyale Partnerschaft auf Augenhöhe suchen.

  • Herkunftsland: Spanien (Kanarische Inseln)
  • FCI-Standard: Gruppe 2 (Molossoide) / Sektion 2.1 / Nr. 346
  • Größe: Rüden 60-65 cm | Hündinnen 56-61 cm
  • Gewicht: Rüden mind. 50 kg | Hündinnen mind. 40 kg
  • Besonderheit: Enormer Schutztrieb und markante, tiefe Stimme

Geschichte: Der "Greifer" der Inselarchipel

Die Geschichte des Dogo Canario reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Historische Dokumente erwähnen Hunde vom Typ „Presa“ (Greifer), die auf den Inseln zur Bewachung von Viehherden und zur Jagd auf verwilderte Hunde eingesetzt wurden. Sie entstanden aus Kreuzungen einheimischer Hunde (wie dem Majorero) mit Molossern, die von spanischen Siedlern und englischen Händlern mitgebracht wurden.

Besonders die Einflüsse britischer Hunde (Mastiffs und Bulldogs) prägten die physische Stärke und den Mut der Rasse. Lange Zeit wurden diese Hunde leider auch für Kämpfe missbraucht, was ihren Ruf zeitweise überschattete. Doch im Kern blieb der Dogo Canario stets ein funktionaler Arbeitshunde der Bauern. In den 1970er Jahren begann die systematische Rückbesinnung auf den ursprünglichen Standard, was schließlich zur offiziellen Anerkennung durch die FCI im Jahr 2001 führte. Heute ist er ein stolzes Symbol kanarischer Identität.


Erscheinungsbild: Massive Präsenz und rustikale Eleganz

Der Dogo Canario ist ein Hund von großer Statur, dessen Körper länger als hoch gewachsen ist (rechteckiges Format). Er wirkt athletisch, muskulös und verfügt über eine enorme Knochenstärke. Sein breiter, massiver Kopf ist ein deutliches Merkmal seines molossoiden Erbes.

Fell, Farben und physiologische Merkmale:

  • Das Haarkleid: Das Fell ist kurz, rau und rustikal. Es liegt flach am Körper an und besitzt in der Regel keine Unterwolle (außer gelegentlich an Hals und Hinterbacken). An den Ohren ist das Haar fein, während es am Kreuz etwas länger sein kann.
  • Farben:
    • Gestromt: In allen Schattierungen, von dunklen Tönen bis hin zu hellem Grau oder Blond.
    • Einfarbig: Löwenähnlich bis Sandfarben in allen Nuancen.
    Ein kleiner weißer Fleck an Brust oder Pfoten ist zulässig. Ein unverzichtbares Merkmal ist die schwarze Maske, die jedoch die Augenhöhe nicht überschreiten sollte.
  • Stimme: Er besitzt ein charakteristisches, sehr tiefes und lautes Bellen, das allein oft schon ausreicht, um Unbefugte abzuschrecken.


Wesen: Der souveräne Fels in der Brandung

Der Charakter des Dogo Canario ist geprägt von einer tiefen inneren Ruhe und enormem Selbstbewusstsein. Er ist kein nervöser Kläffer, sondern beobachtet seine Umwelt mit stoischer Gelassenheit. In brenzligen Situationen reagiert er jedoch blitzschnell und entschlossen.

Innerhalb seiner Familie zeigt er sich als freundlicher, treuer und extrem geduldiger Begleiter. Besonders gegenüber Kindern aus dem eigenen Rudel ist er oft rührend fürsorglich. Seinen natürlichen Schutztrieb setzt er selbstständig ein: Er bewacht Haus, Hof und Familie instinktiv, ohne dass eine spezielle Ausbildung erforderlich wäre. Fremden gegenüber ist er grundsätzlich misstrauisch und braucht die Bestätigung seiner Halter, um Gäste zu akzeptieren. Er ist ein Hund der Taten, nicht der bloßen Drohgebärden.


Haltung: Verantwortung und Raum

Einen Dogo Canario zu halten, bedeutet, eine große Verantwortung zu übernehmen. Aufgrund seiner Kraft und seines Schutztriebs eignet er sich nicht für beengte Wohnverhältnisse in der Innenstadt. Er braucht Platz und eine klare Aufgabe.

Das ideale Umfeld:

  • Territorium: Ein Haus mit einem sicher eingezäunten Grundstück ist für diese Rasse ideal. Der Dogo Canario liebt es, seine Umgebung im Blick zu haben.
  • Sozialisierung: Eine sehr frühe und intensive Sozialisierung ist überlebenswichtig. Er muss von klein auf lernen, Umweltreize, andere Hunde und fremde Menschen neutral einzuordnen.
  • Auslastung: Trotz seiner massiven Statur ist er kein Faulenzer. Er braucht tägliche Bewegung und geistige Beschäftigung, um ausgeglichen zu bleiben.
  • Gesetzliche Lage: In einigen deutschen Bundesländern wird der Dogo Canario auf der Rasseliste geführt. Halter müssen sich über lokale Auflagen (Wesenstest, Sachkundenachweis) informieren.


Erziehung: Führung mit Ruhe und Verstand

Die Erziehung eines Dogo Canario erfordert einen souveränen Halter mit Molosser-Erfahrung. Er ist intelligent und lernt schnell, hinterfragt aber aufgrund seiner Dominanz gelegentlich die Rangordnung. Härte oder Gewalt sind bei diesem stolzen Hund völlig fehl am Platz und würden lediglich zu Misstrauen und Aggression führen.

Die Basis muss eine tiefe Vertrauensbindung und eine konsequente, ruhige Führung sein. Man muss seine Schutzeigenschaften respektieren, sie aber in die richtigen Bahnen lenken. Wer einen Dogo Canario fair und bestimmt führt, bekommt einen Partner, der für ihn durchs Feuer geht und im Alltag durch seine Gelassenheit besticht.


Gesundheit: Ein Augenmerk auf die Gelenke

Aufgrund seiner Größe und Masse ist der Dogo Canario für bestimmte gesundheitliche Probleme prädisponiert:

  • Hüft- und Ellbogendysplasie: Wie bei vielen schweren Rassen ist die Untersuchung auf HD und ED vor dem Kauf bei einem seriösen Züchter essenziell.
  • Rückenprobleme: Spondylose oder andere Veränderungen der Wirbelsäule können vorkommen.
  • Zähne: Regelmäßige Kontrollen auf Zahnfehler sind wichtig.
  • Lebenserwartung: Im Durchschnitt erreicht er ein Alter von 9 bis 11 Jahren.


Häufige Fragen (FAQ) zum Dogo Canario

Ist der Dogo Canario gefährlich?
In den richtigen Händen ist er ein sanftmütiger Riese. Durch seine Kraft und seinen Instinkt kann er in unerfahrenen oder verantwortungslosen Händen jedoch gefährlich werden. Er braucht Führung.

Wie viel Bewegung braucht er?
Er benötigt tägliche, ausgiebige Spaziergänge, ist aber kein Hund für stundenlangen Ausdauersport wie Marathonläufe. Er schätzt Kraftübungen und Suchspiele.

Sabbert ein Dogo Canario viel?
Im Vergleich zu anderen Molossern mit sehr losen Lefzen hält es sich meist im Rahmen, kann aber nach dem Trinken oder bei Hitze durchaus vorkommen.


Bildergalerie: Dogo Canario

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