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Chow Chow: Der stolze Löwenhund mit der blauen Zunge

Chow Chow

Der Chow Chow

Kurzinfos & Steckbrief

Der Chow Chow ist eine der außergewöhnlichsten und ältesten Hunderassen der Welt. Mit seiner üppigen Mähne und dem stolzen Blick erinnert er unweigerlich an einen Löwen. Ursprünglich aus China stammend, wo er als Tempelwächter und Jagdhund geschätzt wurde, zeichnet er sich durch ein distanziertes, fast schon aristokratisches Wesen aus. Er gilt als Ein-Personen-Hund, der Fremden gegenüber reserviert auftritt und seine Zuneigung eher subtil zeigt. Neben seinem markanten Äußeren sind es vor allem die blauschwarze Zunge und der charakteristische, stelzende Gang, die ihn weltweit unverwechselbar machen. Ein loyaler Begleiter für Menschen, die seine Unabhängigkeit und Ruhe zu schätzen wissen.

  • Herkunftsland: China (Patronat: Großbritannien)
  • FCI-Standard: Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp), Sektion 5 (Nr. 205)
  • Größe: Rüden 48-56 cm | Hündinnen 46-51 cm
  • Gewicht: Ca. 20 bis 30 kg
  • Besonderheit: Blauschwarze Zunge, Lefzen und Gaumen; steile Hinterhand (Stelzgang).
  • Charakter: Eigenwillig, treu, ruhig und sehr wachsam.

Geschichte und Herkunft: Ein Erbe aus dem Kaiserreich

Der Chow Chow gehört zu den urtümlichsten Hunderassen der Welt und ist genetisch eng mit dem Wolf verwandt. Seine Geschichte lässt sich in China über 2.000 Jahre zurückverfolgen. Dort wurde er vielseitig eingesetzt: als Palastwächter, Jagdhund für Großwild, aber leider historisch auch als Pelz- und Fleischlieferant. Der Name „Chow Chow“ stammt vermutlich nicht aus dem Chinesischen, sondern aus dem Pidgin-Englischen, einem Begriff für „Mischmasch“ oder „Kuriositäten“, mit denen die ersten Exemplare im 18. Jahrhundert nach England verschifft wurden.

In seiner Heimat wurde er oft als „Songshi Quan“ bezeichnet, was übersetzt „aufgeplusterter Löwenhund“ bedeutet. Seine löwenhafte Erscheinung und sein stolzes Auftreten machten ihn zum Liebling des englischen Adels, nachdem Königin Victoria im 19. Jahrhundert Interesse an der Rasse zeigte. 1895 wurde der erste Spezialclub für Chow Chows in England gegründet.


Besondere Merkmale: Blaue Zunge und stelzender Gang

Zwei Merkmale machen den Chow Chow absolut einzigartig in der Hundewelt:

  • Die blauschwarze Zunge: Neben der Zunge sind oft auch das Zahnfleisch und der Gaumen dunkel pigmentiert. Eine Legende besagt, dass beim Erschaffen des Himmels Stücke des blauen Firmaments zur Erde fielen und der Chow Chow sie aufleckte. Medizinisch ist die Ursache bis heute nicht vollständig geklärt.
  • Der stelzende Gang: Aufgrund der relativ steilen Hinterhand hat der Chow Chow einen sehr kurzen, stelzenden Schritt. Dies verleiht ihm eine würdevolle, fast majestätische Fortbewegung, die sich deutlich von anderen Rassen unterscheidet.

Wesen: Der "Hund-Katze"-Charakter

Chow Chow Portrait rot

Der Chow Chow

Das Wesen des Chow Chows wird oft als katzenartig beschrieben. Er ist ein ruhiger, ernsthafter und sehr eigenwilliger Hund. Er zeigt eine tiefe Treue gegenüber seinem Besitzer, ist aber kein Hund, der ständig um Aufmerksamkeit bettelt oder blind Kommandos befolgt. Ein Chow Chow entscheidet gerne selbst, ob ein Befehl gerade in seinen Zeitplan passt.

Fremden gegenüber ist er extrem distanziert und zurückhaltend. Er ist ein hervorragender Wächter, der wenig bellt, aber sein Revier und seine Familie unbestechlich bewacht. Er ist stolz, würdevoller Haltung und zeigt eine bemerkenswerte Unabhängigkeit. Diese Zurückhaltung sollte niemals mit Aggression verwechselt werden - ein gut sozialisierter Chow Chow ist ein in sich ruhender, souveräner Partner.


Haltung: Anspruchsvoll in Erziehung und Pflege

Der Chow Chow ist kein Anfängerhund. Seine Erziehung erfordert viel Fingerspitzengefühl, Geduld und das Verständnis für seine Eigenständigkeit. Druck oder Zwang führen bei ihm zu völliger Sturheit. Wer jedoch sein Vertrauen gewinnt, erhält einen Partner, der ohne Worte versteht.

Wohnraum und Auslauf: Er passt sich gut an das Leben in einer Wohnung an, da er im Haus sehr ruhig ist. Dennoch braucht er regelmäßige Spaziergänge, auch wenn er kein sportlicher Hochleistungshund ist. Da er Hitze aufgrund seines dichten Fells schlecht verträgt, sollten Aktivitäten im Sommer in die kühlen Morgenstunden verlegt werden.


Fell und Pflege: Eine prächtige Mähne

Man unterscheidet zwei Fellvarianten:

  • Langhaar: Üppiges, dichtes, abstehendes Deckhaar mit weicher, wolliger Unterwolle. Besonders ausgeprägt ist die Mähne um den Hals.
  • Kurzhaar: Ebenfalls sehr dicht, aber kürzer und plüschartig, ohne die typische Mähne.
Die Pflege ist zeitintensiv. Besonders die Langhaar-Variante muss mehrmals pro Woche gründlich gebürstet werden, um Verfilzungen der Unterwolle zu vermeiden. Während des Fellwechsels ist tägliches Bürsten unerlässlich. Zudem sollten die Augen und Hautfalten im Gesicht regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden.


Farbenpracht

Der Standard erlaubt nur einfarbige Hunde, wobei Schattierungen (z. B. eine hellere Unterseite der Rute) üblich sind:

  • Schwarz
  • Rot (oft tief dunkel bis hellrot)
  • Blau (Schiefergrau)
  • Rehfarben (Zimt)
  • Creme oder Weiß
Geflecktes oder geschecktes Fell gilt laut Rassestandard als Fehler.


Gesundheit: Darauf sollte man achten

Wie bei vielen alten Rassen gibt es gesundheitliche Themen, die durch verantwortungsvolle Zucht kontrolliert werden:

  • Entropium (Rollid): Ein Einrollen der Augenlider, das oft operativ korrigiert werden muss.
  • Hüftgelenksdysplasie (HD): Aufgrund des kompakten Gebäudes ein wichtiges Thema bei der Zuchtauswahl.
  • Hautprobleme: Bei mangelnder Pflege oder Allergien neigt die dichte Unterwolle zu Ekzemen (Hot Spots).
  • Hitzschlag: Die Rasse ist sehr temperaturempfindlich.


Häufige Fragen (FAQ) zum Chow Chow

Ist der Chow Chow für Familien mit Kindern geeignet?
Ja, sofern die Kinder den Hund respektieren und ihn nicht bedrängen. Er ist kein Spielgefährte, der wild herumtobt, aber ein loyaler Beschützer.

Warum hat der Chow Chow eine blaue Zunge?
Das ist ein einzigartiges Rassemerkmal. Es gibt viele Legenden, aber biologisch ist es eine Form der Pigmentierung, die nur bei wenigen Tierarten (wie auch beim Eisbären oder der Giraffe) vorkommt.

Kann man einen Chow Chow ohne Leine laufen lassen?
Das ist schwierig. Viele Chow Chows besitzen einen ausgeprägten Jagdtrieb und entscheiden oft eigenständig, wann sie zurückkehren. Ein sicherer Rückruf muss extrem gut trainiert werden.

Wie alt wird ein Chow Chow?
Die Lebenserwartung liegt im Durchschnitt bei 9 bis 12 Jahren.


Bildergalerie: Chow Chow

Bewundern Sie die stolze Erscheinung des chinesischen Tempelwächters:

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