Continental Bulldog: Die moderne Antwort auf eine klassische Legende
Kurzinfos & Steckbrief
Der Continental Bulldog, von Liebhabern oft liebevoll „Conti“ genannt, ist ein junges Juwel unter den Molossern. Er entstand in der Schweiz mit dem klaren Ziel, eine Bulldogge zu züchten, die ihre charakteristische Optik behält, aber frei von extremen gesundheitlichen Einschränkungen ist. Das Ergebnis ist ein sportlicher, belastbarer und lebensfroher Begleithund, der die Herzen von Bulldog-Fans weltweit im Sturm erobert hat.
- Herkunftsland: Schweiz
- FCI-Status: Gruppe 2 (Molossoide) / Sektion 2 / Nr. 369 (Provisorisch anerkannt)
- Größe: Rüden 42-46 cm | Hündinnen 40-44 cm
- Gewicht: ca. 22 kg bis 30 kg
- Besonderheit: Verbesserte Atmung und Beweglichkeit gegenüber der Englischen Bulldogge
Geschichte: Eine Vision für mehr Lebensqualität
Die Geschichte des Continental Bulldog beginnt im Jahr 2000 in der Schweiz. Die renommierte Züchterin Imelda Angehrn, die jahrelang Englische Bulldoggen züchtete, erkannte die zunehmenden gesundheitlichen Probleme dieser Rasse. Ihr Ziel war es, eine Bulldogge zu schaffen, die frei atmen kann, sich natürlich fortpflanzt und sportlich agil ist.
Durch die gezielte Kreuzung von Englischen Bulldoggen mit dem Olde English Bulldogge entstand ein neuer Typ. Die Schweizerische Kynologische Gesellschaft (SKG) begleitete das Projekt engmaschig. Da der Typ schnell gefestigt war und sich deutlich von der Englischen Bulldogge unterschied, wurde der Name „Continental Bulldog“ gewählt. Seit 2015 ist die Rasse auch in Deutschland national anerkannt, und die provisorische Anerkennung durch die FCI erfolgte im Jahr 2022. Er gilt heute als Musterbeispiel für eine verantwortungsvolle Rückbesinnung auf die Vitalität.
Erscheinungsbild: Die athletische Bulldogge
Der Continental Bulldog ist ein fast quadratischer, mittelgroßer Hund. Er wirkt kräftig und kompakt, zeigt aber deutlich längere Läufe und einen weniger massiven Kopf als sein englisches Pendant. Sein Gangwerk ist frei und flüssig.
Fell, Farben und Physiologie:
- Struktur: Das Fell ist kurz, dicht, glatt und glänzend. Unterwolle ist nur spärlich vorhanden. Dies macht ihn extrem pflegeleicht, schützt aber nur bedingt vor extremer Kälte.
- Farben: Alle Farben sind erlaubt, solange die Nase schwarz pigmentiert ist. Man findet ihn einfarbig, gestromt oder mit weißen Abzeichen. Viele Tiere tragen eine markante schwarze Maske.
- Das Gesicht: Der Kopf ist weniger faltig als bei anderen Bulldog-Typen. Der Fang ist moderat kurz, aber so konstruiert, dass der Hund auch bei Anstrengung frei atmen kann. Die Augen sind dunkel und blicken aufmerksam und freundlich.
Wesen: Ein Herz aus Gold mit einem Schuss Eigensinn
Der Continental Bulldog zeichnet sich durch ein sehr selbstsicheres, aufmerksames und freundliches Wesen aus. Er ist ein kleiner Molosser, der seine Kraft kennt, sie aber niemals aggressiv einsetzt. Er gilt als nervenstark und lässt sich auch in turbulenten Situationen nicht so leicht aus der Ruhe bringen.
Innerhalb der Familie ist er ein anhänglicher und loyaler Begleiter. Er liebt den Kontakt zu seinen Menschen und ist besonders für seine Geduld mit Kindern bekannt. Trotz seines Wunsches nach Nähe bewahrt er sich einen gewissen molossoiden Eigensinn. Er führt Befehle gerne aus, wenn er einen Sinn darin sieht oder die Belohnung stimmt. Seine Intelligenz ermöglicht es ihm, Tricks zu lernen, wobei er für seine volle geistige Reife etwas mehr Zeit benötigt als andere Rassen.
Haltung: Anpassungsfähig und unkompliziert
Der Conti ist ein hervorragender Begleithund, der sich sowohl auf dem Land als auch in einer Stadtwohnung wohlfühlt. Er ist anpassungsfähig und stellt keine extremen Anforderungen an sein Umfeld, solange er Teil des Familienrudels sein darf.
Tipps für ein glückliches Conti-Leben:
- Bewegung: Er freut sich über regelmäßige Spaziergänge und moderate Spieleinheiten. Er ist deutlich belastbarer als die Englische Bulldogge, fordert aber keine Marathon-Distanzen ein.
- Entspannung: Ein gemütlicher Abend auf dem Sofa ist für den Conti das Größte. Er schätzt Ruhephasen und Komfort.
- Sozialisierung: Aufgrund seiner Selbstsicherheit ist er meist gut verträglich. Dennoch sollte er früh an verschiedene Umweltreize gewöhnt werden, um seine Souveränität zu festigen.
Erziehung: Mit Geduld und Konsequenz
Die Erziehung eines Continental Bulldogs gelingt meist gut, erfordert aber Konsequenz und Humor. Er reagiert sehr sensibel auf die Stimmung seines Halters. Härte ist absolut kontraproduktiv und führt bei diesem stolzen Hund lediglich zu Sturheit.
Mit positiver Bestärkung und klaren Regeln lässt er sich wunderbar führen. Da er ein kleiner Kraftprotz ist, sollte die Leinenführigkeit von Anfang an trainiert werden. Er ist intelligent genug, um Schwächen in der Führung zu erkennen, bleibt dabei aber immer charmant. Für Anfänger ist er aufgrund seiner Nervenstärke und moderaten Trieblage sehr gut geeignet.
Gesundheit: Robustheit durch Selektion
Der Continental Bulldog wurde gezüchtet, um gesundheitliche Defizite zu minimieren. Dennoch gibt es Punkte, auf die verantwortungsvolle Besitzer achten sollten:
- Gelenke: Da er ein recht schwerer Hund ist, sollten die Elterntiere unbedingt auf Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellbogendysplasie (ED) getestet sein.
- Haut: Da er weniger Falten hat als andere Bulldoggen, sind Hautentzündungen selten, dennoch sollte die Augenpartie gelegentlich kontrolliert werden.
- Atmung: Durch die längere Nase und die offeneren Nasenlöcher ist das Risiko für das Brachyzephale Atemnot-Syndrom (BAS) massiv reduziert.
- Lebenserwartung: Ein gesunder Conti erreicht oft ein Alter von 10 bis 12 Jahren.
Häufige Fragen (FAQ) zum Continental Bulldog
Ist der Continental Bulldog ein Listenhund?
In den meisten deutschen Bundesländern wird der Continental Bulldog nicht als Listenhund geführt. Da er jedoch eine Bulldoggen-Optik hat, sollte man sich zur Sicherheit bei der örtlichen Gemeinde erkundigen.
Wie viel Auslauf braucht ein Conti?
Er ist ein moderat aktiver Hund. Tägliche Spaziergänge von insgesamt 1 bis 1,5 Stunden reichen ihm meist völlig aus, sofern er auch geistig beschäftigt wird.
Sabbert ein Continental Bulldog viel?
Durch die strafferen Lefzen sabbert er deutlich weniger als beispielsweise ein Mastiff oder eine Englische Bulldogge. Nach dem Trinken oder bei großer Hitze kann es jedoch vorkommen.
Bildergalerie: Continental Bulldog
Entdecken Sie den sportlichen Molosser aus der Schweiz:
Foto: ©cynoclub/Fotolia










Guten Tag, bedauerlicherweise hab ich bei meinen Nachforschungen zum Continental Bulldog,
in den Registern der FCI keinerlei Eintrag gefunden.
Eine klärung in Ihren darstellungen wäre schön, ich werde in diesem Sinne auch mit der FCI direckt Kontackt aufnehmen müssen, das erscheint Berufsbedingt zwingend erforderlich.