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English Cocker Spaniel: Fröhlicher Naturbursche mit seidigem Charme

Englischer Cocker Spaniel

Der Englische Cocker Spaniel

Kurzinfos & Steckbrief

Der English Cocker Spaniel ist der Inbegriff eines fröhlichen Hundes. Bekannt für sein ständiges Rutenwedeln und seinen sanften „Dackelblick“, ist er ein echter Herzensbrecher. Ursprünglich in Großbritannien für die Waldschnepfenjagd (engl. „woodcock“) gezüchtet, ist er ein begeisterter Stöberhund, der das Wasser und die Arbeit im Gelände liebt. Doch der Cocker ist nicht nur ein passionierter Jäger, sondern auch ein überaus anhänglicher und verschmuster Familienhund. Er braucht viel Bewegung und geistige Auslastung, um sein ausgeglichenes Wesen zu bewahren. Mit seiner Intelligenz und seinem Charme wickelt er seine Besitzer oft um den Finger, benötigt aber eine konsequente Führung, damit seine Jagdleidenschaft kontrollierbar bleibt.

  • Herkunftsland: Großbritannien
  • FCI-Standard: Gruppe 8 (Apportier-, Stöber- und Wasserhunde), Sektion 2 (Nr. 5)
  • Größe: Rüden 39-41 cm | Hündinnen 38-39 cm
  • Gewicht: Ca. 12,5 kg bis 14,5 kg
  • Besonderheit: Lange, seidige Hängeohren; ausgeprägter „Will to please“ gepaart mit Jagdtrieb.
  • Charakter: Fröhlich, sanftmütig, aktiv und sehr menschenbezogen.

Geschichte und Herkunft: Der Spezialist für die Waldschnepfe

Der English Cocker Spaniel gehört zu einer der ältesten Jagdhunderassen der Welt. Seine Wurzeln liegen in den „Spanyells“, die bereits im 14. Jahrhundert für die Jagd auf Federwild eingesetzt wurden. Der Name „Cocker“ leitet sich spezifisch von der Waldschnepfe (englisch: woodcock) ab, für deren Jagd dieser flinke Stöberhund spezialisiert war.

Im 19. Jahrhundert begann die Trennung der verschiedenen Spaniel-Typen nach Größe und Verwendungszweck. Der Cocker Spaniel wurde als kleinerer, wendiger Hund gezüchtet, der in dichtem Unterholz stöbern und das Wild aufscheuchen sollte. 1893 wurde er vom Kennel Club in England als eigenständige Rasse anerkannt. Heute ist er weltweit einer der beliebtesten Familienhunde, hat aber seinen jagdlichen Instinkt und seine unbändige Lebensfreude nie verloren.


Wesen und Charakter: Der Hund mit der "Dauerwackel-Garantie"

Cocker sind sprichwörtlich fröhliche Hunde. Ihr Markenzeichen ist die ständig wedelnde Rute, die oft den ganzen Hinterkörper in Schwingung versetzt (das berühmte „Wiggling“). Sie sind freundlich, sanftmütig, überaus anhänglich und damit ideal als Familienhunde geeignet. Der intelligente Cocker lernt sehr schnell und ist im Grunde fügsam, kann aber - typisch Spaniel - auch einen gewissen Eigensinn an den Tag legen.

In der Regel lieben sie das Wasser und lassen kaum eine Pfütze oder einen Bachlauf aus. Ihr hervorragender Geruchssinn macht sie im Wald zu passionierten Entdeckern. Trotz ihrer Sanftheit sind sie mutig und ausdauernd. Fremden gegenüber sind sie meist aufgeschlossen, schlagen aber zuverlässig an, wenn sie eine Gefahr wittern. Als echter Schutzhund eignen sie sich jedoch aufgrund ihres freundlichen Wesens nicht.


English Cocker Spaniel Kopfstudie

Haltung: Vielseitig und Aktiv

Genügend Bewegung vorausgesetzt, kann man den English Cocker Spaniel problemlos in jeder Wohnung halten. Er ist jedoch kein Hund für „Couch-Potatoes“. Der Cocker braucht tägliche Auslastung - und zwar nicht nur für die Beine, sondern auch für die Nase. Er ist für Beschäftigungen wie Mantrailing, Fährtensuche oder Dummy-Training extrem dankbar.

Ein Garten ist schön, ersetzt aber nicht die Abenteuer im Wald oder auf dem Feld. Da er ein Jagdhund ist, sollte an der Abrufbarkeit gearbeitet werden, da die Nase oft schneller ist als das Gehör des Hundes. Innerhalb des Hauses ist er ein ruhiger und verschmuster Mitbewohner, der die Nähe zu seinem „Rudel“ sucht.


Fellpracht und Pflege: Schönheit hat ihren Preis

Das Fell des English Cocker Spaniels ist lang, flach anliegend, seidig und glänzend. Besonders an den Ohren, dem Bauch, den Beinen („Befederung“) und der Brust ist es üppig. Dies macht den Cocker zu einer optischen Schönheit, bedeutet aber auch einen hohen Pflegeaufwand.

  • Bürsten: Mindestens alle zwei Tage muss das Fell gründlich gebürstet werden, da es sonst extrem schnell verfilzt - besonders nach Spaziergängen im Wald, wenn Kletten oder Zweige hängen bleiben.
  • Trimmen: Ein regelmäßiger Besuch beim Hundefriseur (alle 8-12 Wochen) ist notwendig, um abgestorbenes Haar zu entfernen und das Fell in Form zu halten.
  • Ohrenpflege: Aufgrund der langen Schlappohren ist die Belüftung des Gehörgangs eingeschränkt. Sie müssen regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden, um Entzündungen vorzubeugen.

Farbenvielfalt: Ein bunter Strauß

English Cocker Spaniel schwarz Portrait

Der English Cocker Spaniel

Kaum eine Rasse bietet eine solche Farbpalette wie der English Cocker Spaniel:

  • Einfarbig: Rot (Gold), Schwarz, Braun (Schokolade).
  • Mehrfarbig: Schwarz-Weiß, Orange-Weiß, Braun-Weiß.
  • Schimmel (Roans): Blauschimmel (Blue Roan), Orangeschimmel, Braunschimmel.
  • Tri-Color: Alle Kombinationen auch mit lohfarbenen Abzeichen (Tan).
Wichtig: Bei einfarbigen Hunden ist Weiß nur in sehr geringem Maße an der Brust erlaubt.


Gesundheit und "Cockerwut"

Der Cocker ist ein robuster Hund, hat aber rassetypische Schwachstellen:

  • Cockerwut: Eine sehr seltene, vermutlich genetisch bedingte Form der anfallsartigen Aggression, die laut Statistiken früher gehäuft bei roten (goldenen) Cockern auftrat. Dank verantwortungsvoller Zucht ist dies heute kaum noch ein Thema.
  • Vestibularsyndrom: Eine Störung des Gleichgewichtsorgans (meist im Alter).
  • FN (Familiäre Nephropathie): Eine tödliche Nierenerkrankung, für die es heute Gentests gibt.
  • PRA: Progressive Retinaatrophie (Augenerkrankung), auf die Zuchttiere getestet werden müssen.


Häufige Fragen (FAQ) zum English Cocker Spaniel

Ist der Cocker ein guter Familienhund?
Ja, er gilt als sehr kinderlieb und geduldig. Seine sanfte Art macht ihn zu einem idealen Partner für Familien.

Fressen Cocker wirklich so viel?
Der „Cocker-Appetit“ ist legendär. Viele Spaniel neigen zu Übergewicht, weshalb man bei der Fütterung konsequent bleiben muss.

Kann man den Jagdtrieb kontrollieren?
Ja, durch konsequente Erziehung und Ersatzbeschäftigungen (Nasenarbeit) lässt sich der Trieb meist gut lenken.

Was ist der Unterschied zum American Cocker Spaniel?
Der Amerikaner ist kleiner, hat einen runderen Kopf („Puppy-Look“) und deutlich üppigeres, bodenlanges Fell.


Bildergalerie: English Cocker Spaniel

Bewundern Sie die Eleganz und Fröhlichkeit der Cocker:

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6 Gedanken zu „English Cocker Spaniel“

  1. Hallo Simon, ein strenges Temperament reicht für einen Cocker nicht aus ☺Mit liebevoller Konsequenz und Verständnis für Deinen Cocker kommst Du bei der Erziehung eines Cockers viel weiter und leichter voran. Ich habe seit 36 Jahren Cocker und habe in den Jahren viele kennen gelernt. Und jeder ist ein selbstständiges Wesen.
    Viele Grüße Maria

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  2. Cockerspaniel sind für Anfänger ungeeignet! Da die Hunde trotzt dass die sehr lieb sind, strenge Erziehung brauchen und eine gewisse hundeerfahrung

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  3. Hi ninchen eine Freundin hat einen cooker spaniel und ich bin oft bei ihnen um mit ihm spazieren zu gehen .Ich kann nur sagen das sie aktiv sind und wenn er jemanden nicht mag dann beschützt er denn jenigen (sogar mich ) aber ich weiß nicht ob sie für Anfänger geeignet sind . Es kommt darauf an wie fiel du (sie) wissen .
    LG Lilli

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