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Germanischer Bärenhund: Der sanfte Riese unter den Lagerschutzhunden

Germanischer Bärenhund

Der Germanische Bärenhund

Kurzinfos & Steckbrief

Der Germanische Bärenhund ist eine imposante Erscheinung, die allein durch ihre Größe beeindruckt. Doch hinter der massigen Fassade verbirgt sich ein überaus freundliches und ausgeglichenes Wesen. Als moderne Rückzüchtung eines historischen Typs wird er heute als „Lagerschutzhund“ und Begleithund geschätzt. Er vereint die Wachsamkeit eines Hirtenhundes mit der Sanftmut eines Familienhundes und gilt als besonders kinderlieb. Wer Platz und Zeit für diesen Riesen hat, findet in ihm einen loyalen Partner fürs Leben.

  • Herkunftsland: Deutschland
  • FCI-Status: Nicht FCI-anerkannt (eigenständiger Rassezuchtverein)
  • Größe: Rüden 70-85 cm | Hündinnen 65-80 cm
  • Gewicht: Rüden 50-85 kg | Hündinnen 35-70 kg
  • Besonderheit: Enorme Kraft gepaart mit hoher Beweglichkeit und Wasserfreude

Geschichte: Die Wiederbelebung eines mythischen Begleiters

Die Geschichte des Germanischen Bärenhundes ist eng mit der Vision verbunden, einen Hundetypus wiederzubeleben, der bereits in der Antike und im frühen Mittelalter die germanischen Stämme begleitete. Historische Berichte erwähnen große, bärenstarke Hunde, die Lager bewachten und bei der Jagd halfen. In der modernen Kynologie begann die gezielte Zucht vor einigen Jahrzehnten in Deutschland.

Hierbei wurden vor allem Bernhardiner und weiße Hirtenhunde eingekreuzt, um ein Tier zu schaffen, das zwar optisch an die Molosser der Vergangenheit erinnert, charakterlich jedoch perfekt in die heutige Gesellschaft passt. Das Ziel war ein Hund ohne unnötige Aggression, aber mit natürlicher Autorität. Da die Rasse nicht von der FCI anerkannt ist, wird sie von spezialisierten Zuchtvereinen betreut, die streng auf Gesundheit und Wesensfestigkeit selektieren. Heute ist der Bärenhund ein Geheimtipp für Liebhaber sehr großer, aber friedfertiger Hunderassen.


Erscheinungsbild: Majestätisch und kraftvoll

Schon beim ersten Anblick wird klar, warum dieser Hund seinen Namen trägt. Er ist massiv gebaut, verfügt über eine enorme Knochenstärke und einen breiten Kopf mit ausdrucksstarken Augen. Trotz seines Gewichts wirkt er in der Bewegung überraschend harmonisch und keinesfalls schwerfällig.

Fellbeschaffenheit und Farben:

  • Das Haarkleid: Das Fell ist sehr dicht und verfügt über eine schützende Unterwolle, was ihn extrem wetterfest macht. Es kommen verschiedene Längen vor, von stockhaarig bis langhaarig.
  • Die Farben: Die Farbpalette ist naturverbunden und reicht von hellem Blond über Hirschrot bis hin zu Graublond und Anthrazit. Dunklere Schattierungen oder Masken im Gesicht verleihen ihm ein urwüchsiges Aussehen.
  • Physiologie: Auffällig sind die kräftigen Läufe und der tiefe Brustkorb. Er ist ein exzellenter Schwimmer und nutzt seine Kraft gerne im Wasser.


Wesen: Ein Herz aus Gold im Pelz eines Bären

Das Wesen des Germanischen Bärenhundes ist sein wertvollstes Gut. Er gilt als außergewöhnlich freundlich, ruhig und sanftmütig. Innerhalb seiner Familie ist er ein verschmuster Riese, der besonders im Umgang mit Kindern eine engelsgleiche Geduld an den Tag legt. Er sucht den engen Kontakt zu seinen Menschen und ist ein sensibler Beobachter des Alltags.

Als Lagerschutzhund besitzt er eine natürliche Wachsamkeit. Er meldet Unbekanntes zuverlässig an, neigt aber nicht zu sinnlosem Gebell oder unkontrollierter Aggression. Sein bloßes Erscheinen reicht meist aus, um eine abschreckende Wirkung zu erzielen. Ein besonderes Plus für viele Halter: Ein nennenswerter Jagdtrieb ist bei dieser Rasse kaum vorhanden, was Spaziergänge in der Natur sehr entspannt macht.


Haltung: Platzbedarf und Lebensraum

Es versteht sich von selbst, dass ein Hund dieser Dimensionen nicht für eine kleine Stadtwohnung geeignet ist. Der Germanische Bärenhund braucht Platz, um sich zu entfalten. Ideal ist ein Haus mit einem großen, sicher eingezäunten Garten.

Wichtige Aspekte der Haltung:

  • Lagerschutz-Instinkt: Er hält sich gerne im Freien auf und beobachtet sein Territorium. Eine reine Wohnungshaltung ohne Zugang nach draußen widerspricht seinem Naturell.
  • Wetterfestigkeit: Dank seines dichten Fells kann er viel Zeit draußen verbringen. Dennoch braucht er eine isolierte, wind- und regendichte Unterkunft (Hundehütte).
  • Sozialisierung: Aufgrund seiner Kraft ist eine frühe und konsequente Erziehung wichtig. Er muss lernen, seine Kraft zu dosieren. Da er recht eigenwillig sein kann, braucht er eine liebevolle, aber klare Führung.
  • Bewegung: Trotz seiner Ruhe schwimmt er gerne und genießt regelmäßige, moderate Spaziergänge. Er ist jedoch kein Hund für Ausdauersport am Fahrrad.


Germanischer Bärenhund Portrait

Ein treuer Blick, der Ruhe ausstrahlt

Erziehung: Führung ohne Härte

Der Germanische Bärenhund gilt als problemlos zu erziehen, sofern man sein Wesen versteht. Er ist kein Hund für blinden Gehorsam, sondern ein Partner, der mitdenkt. Druck oder Härte führen bei diesem sensiblen Riesen nur zu Sturheit. Er reagiert am besten auf positive Verstärkung und eine ruhige, souveräne Ausstrahlung seines Halters.

Aufgrund seiner Größe ist die Leinenführigkeit von Beginn an das wichtigste Trainingsziel - ein ausgewachsener Rüde lässt sich rein physisch nicht halten, wenn er nicht gelernt hat, entspannt an der Leine zu gehen. Die Sozialisierung mit anderen Hunden sollte früh gefördert werden, damit er seine souveräne Art im Umgang mit Artgenossen festigen kann.


Gesundheit: Worauf man bei Riesenrassen achten muss

Wie bei allen sehr großen und schweren Hunderassen steht die Gelenkgesundheit im Vordergrund. Der Germanische Bärenhund ist robust, benötigt aber im Wachstum besondere Aufmerksamkeit.

  • Wachstumsphase: Welpen sollten nicht überfordert werden. Zu viel Treppensteigen oder wilde Sprünge sind in den ersten 12 bis 18 Monaten tabu.
  • Ernährung: Eine hochwertige Ernährung, die ein langsames, gesundes Wachstum unterstützt, ist essenziell. Mehrere kleine Mahlzeiten am Tag helfen zudem, das Risiko einer Magendrehung zu minimieren.
  • Gelenke: Seriöse Züchter lassen ihre Elterntiere auf HD (Hüftgelenksdysplasie) und ED (Ellbogendysplasie) untersuchen.


Häufige Fragen (FAQ) zum Germanischen Bärenhund

Ist der Germanische Bärenhund ein "Kamphhund"?
Nein. Er steht auf keiner Rasseliste. Er ist im Gegenteil für seine extrem hohe Reizschwelle und seine Friedfertigkeit bekannt.

Wie viel frisst ein Hund dieser Größe?
Entsprechend seiner Statur ist der Futterbedarf hoch. Halter sollten mit monatlichen Futterkosten rechnen, die deutlich über denen eines durchschnittlichen Hundes liegen.

Kann er auch mit Katzen zusammenleben?
Da er kaum Jagdtrieb besitzt und sehr sanftmütig ist, klappt das Zusammenleben mit Katzen bei früher Gewöhnung meist völlig problemlos.


Bildergalerie: Germanischer Bärenhund


Vielen Dank für die Rassebeschreibung an: www.baerenhund-witten.de

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7 Gedanken zu „Germanischer Bärenhund“

  1. Ich finde Hunde so süß besonders Germanische bärenhunde
    Ich hatte auch einen Bärenhund er war sehr lieb und Familien und kinderfreundlich. Leider ist nichtmehr bei mir. Wir mussten ihn einschläfern lassen

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  2. Unsere Bärendame hat auch Jagdtrieb!!!
    Hat sie mal die Verfolgung aufgenommen, ist sie nicht mehr abzurufen.

    Die Erziehung ist unproblematisch aber auf Grund der Größe, des Gewichtes des Hundes und der tatsächlichen Eigenwilligkeit unumgänglich und somit ist es absolut kein Anfängerhund, da es ohne Erziehung auf keinen Fall geht.
    Ansonsten wie beschrieben kinderlieb, menschenbezogen und sehr ausgeglichen. Sie schlägt an, bellt nur mäßig aber sehr laut (Resonanzkörper)!

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  3. Es stimmt nur bedingt, was oben steht. Was den Jagdtrieb angeht ist es unmöglich diesen genzlich auszuschließen. Auch beim bellen ist es ja eigentlich gewünscht, dass dieses als Abschreckung zum Einsatz kommt. Unser Bär ist auch sehr wachsam, aber bellt auch sehr viel. Vllt müsste der obige Text nochmals überarbeitet werden.

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  4. hallo wir hatten auch 2 jahre einen bären…der leider an einem herzfehler verstorben ist…wir nehmen jetzt wieder einen welpen zu uns weil sie sehr liebe hunde sind und sehr familien bezogen sind…..

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  5. Hey, wie kommt es, dass ihr schreibt, Bärenhunde hätten keinen Jagdtrieb???
    Also meine Große hat im Wald einen sehr ausgeprägten Jagdtrieb und ist dann sehr schwer unter Kontrolle zu halten…
    lg
    Roxy

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    • Danke für die Ergänzung! Hatte mich schon dafür interessiert, denn meine bisherigen Schäfermixe hatten leider starken Jagdtrieb, obwohl nie gerissen aber ab und durch den Wald…. das will man auf jeden Fall verhindern. Dass hier berichtigt wurde, dass auch der Germanische Bärenhund zum Jagen neigt, ist eine große Hilfe!

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