Patterdale Terrier: Das unerschrockene Kraftpaket aus dem Lake District
Kurzinfos & Steckbrief
Der Patterdale Terrier ist ein „großer Hund im kleinen Körper“. Als reinrassiger Arbeitsterrier gezüchtet, besticht er durch Mut, Ausdauer und eine fast grenzenlose Energie. Er ist kein Hund für jedermann, aber ein loyaler Partner für aktive Kenner.
- Herkunftsland: Großbritannien (Lake District)
- FCI-Status: Nicht FCI anerkannt (wird jedoch von UKC und anderen Arbeitsverbänden geführt)
- Größe: ca. 25 cm bis 38 cm
- Gewicht: ca. 5 kg bis 13 kg
- Lebenserwartung: 12 bis 15 Jahre
- Besonderheit: Enorme Jagdpassion und Härte gegen sich selbst
Geschichte: Geboren in den Bergen von Cumbria
Die Wurzeln des Patterdale Terriers liegen in den rauen Bergen des englischen Lake District, genauer gesagt im Dorf Patterdale. Im Gegensatz zu vielen anderen Terriern, die im Laufe der Zeit zu Showhunden wurden, blieb der Patterdale über Jahrzehnte ein reiner Gebrauchshund. Er wurde gezüchtet, um Füchse aus ihren Bauen in den felsigen Bergen zu treiben, wo andere Hunde oft scheiterten.
Bekannte Züchter wie Joe Bowman legten Wert auf Leistung, Mut und die Fähigkeit, in extrem schwierigem Gelände zu arbeiten. Die Optik war dabei stets zweitrangig - „Form follows function“ war das oberste Gebot. Da die Züchter bis heute Wert auf die Arbeitsleistung legen und keine Standardisierung durch die FCI wünschen, wird die Rasse dort nicht offiziell geführt, was ihren Charakter als unverfälschten Arbeitstyp bewahrt hat.
Erscheinungsbild: Kompakt, drahtig und funktional
Der Patterdale Terrier ist ein kleiner, aber extrem muskulöser Hund. Sein Körperbau ist darauf ausgelegt, in enge Fuchsbaue einzudringen, weshalb sein Brustkorb flexibel und nicht zu breit sein darf.
Die Merkmale im Überblick:
- Der Kopf: Er wirkt kräftig mit einem starken Kiefer. Die Ohren sind v-förmig und nach vorne geklappt, was den Gehörgang bei der Arbeit unter der Erde schützt.
- Fellvarianten: Es gibt drei verschiedene Haartypen:
- Glatthaar (Smooth): Kurzes, dichtes Fell.
- Rauhaar (Broken): Drahtiges, längeres Haar mit Bartbildung.
- Stockhaar (Rough): Eine Mischform, oft sehr wetterfest.
- Farben: Die klassische Farbe ist Schwarz (Black), aber auch Schokolade (Chocolate), Rot (Red) oder Schwarz-Loh (Black and Tan) kommen vor. Kleine weiße Abzeichen an Brust und Pfoten sind erlaubt.
- Die Rute: Sie wird meist hoch getragen, ist aber im Gegensatz zu vielen anderen Terriern kräftig genug, um den Hund im Notfall aus einem Bau zu unterstützen (was heute jedoch kaum noch relevant ist).
Wesen: Tapferkeit ohne Grenzen
Der Patterdale Terrier ist ein Energiebündel mit Terrier-Eigensinn. Er gilt als mutiger als viele weitaus größere Hunde. Sein Charakter ist geprägt von einer hohen Jagdpassion und einer enormen Zähigkeit. Im Haus zeigt er sich oft überraschend ruhig und verschmust, sofern er körperlich ausgelastet ist.
Er ist sehr loyal gegenüber seiner Familie, kann aber bei mangelnder Führung zur Dominanz neigen. Aufgrund seines Erbes als Solitärjäger unter der Erde besitzt er ein großes Selbstbewusstsein. Er ist wachsam, meldet Besucher zuverlässig, ist jedoch kein grundloser Kläffer. Zu beachten ist sein „Will to do“ - er braucht eine Aufgabe, sonst sucht er sich selbst eine, was selten im Sinne des Besitzers ist.
Haltung: Eine Herausforderung für aktive Menschen
Ein Patterdale Terrier ist kein Hund für gemütliche Spaziergänge im Park. Er ist ein Workaholic, der eine konsequente Hand und viel Bewegung braucht. Für eine reine Stadtwohnung ist er nur bedingt geeignet, es sei denn, der Halter ist täglich mehrere Stunden sportlich aktiv.
Das ideale Umfeld:
- Jagdtrieb: Der Jagdinstinkt ist tief verwurzelt. Ein Freilauf ist oft nur in sicher eingezäuntem Gelände möglich. Kleintiere im Haushalt (Meerschweinchen, Katzen) werden meist als Beute betrachtet, es sei denn, der Hund wurde von Welpen an sozialisiert.
- Sicherheit: Patterdales sind Ausbruchskünstler und exzellente Gräber. Ein Zaun sollte tief im Boden verankert sein.
- Beschäftigung: Neben langen Wanderungen liebt dieser Terrier Hundesportarten wie Agility, Mantrailing oder Flyball. Alles, was seine Nase und seinen Körper fordert, ist willkommen.
Erziehung: Konsequenz ist das A und O
Die Erziehung eines Patterdales erfordert Geduld und eine klare Linie. Dieser Hund hinterfragt Kommandos, wenn er keinen Sinn darin sieht oder sein Jagdtrieb stärker ist. Eine positive, aber sehr konsequente Führung ist notwendig. Druck erzeugt bei ihm Gegendruck - man gewinnt sein Herz durch faire Zusammenarbeit und klare Regeln.
Die Sozialisierung mit anderen Hunden sollte so früh wie möglich beginnen, da Patterdales dazu neigen können, sich gegenüber Artgenossen sehr „kernig“ und wenig kompromissbereit zu zeigen.
Gesundheit: Robust und langlebig
Da der Patterdale Terrier primär auf Leistung und nicht auf Schönheit gezüchtet wurde, ist er eine sehr gesunde und vitale Rasse. Er kennt kaum rassetypische Erbkrankheiten. Dennoch sollte man auf folgende Punkte achten:
- Augen: Gelegentlich treten Fälle von Linsenluxation auf (wie bei vielen Terriern).
- Verletzungen: Durch seinen unerschrockenen Charakter neigt er dazu, seine eigenen Grenzen zu ignorieren und sich bei Abenteuern im Gebüsch oder Unterholz zu verletzen.
- Pflege: Das Fell ist pflegeleicht. Rauhaarige Varianten sollten gelegentlich getrimmt werden, Glatthaar-Patterdales brauchen nur ab und zu eine Bürste, um lose Haare zu entfernen.
Häufige Fragen (FAQ) zum Patterdale Terrier
Ist der Patterdale Terrier ein Familienhund?
Ja, er kann ein toller Familienhund sein, wenn die Familie sehr aktiv ist. Für Familien mit sehr kleinen Kindern ist er aufgrund seines stürmischen Wesens nur bedingt geeignet.
Wie unterscheidet er sich vom Jack Russell Terrier?
Der Patterdale ist oft noch fokussierter auf die Jagd und gilt als „schärfer“ in der Arbeit. Farblich ist er meist dunkel (Schwarz/Braun), während der Jack Russell überwiegend weiß ist.
Ist die Rasse für Anfänger geeignet?
Eher nein. Sein starker Jagdtrieb und sein Eigensinn erfordern Hundeerfahrung, um ihn sicher durch den Alltag zu führen.
Kann man einen Patterdale ohne Jagdschein halten?
Ja, aber man muss ihm unbedingt Ersatzbeschäftigungen bieten, die seinen Jagdinstinkt kontrolliert kanalisieren (z. B. Dummyarbeit oder Fährtensuche).
Bildergalerie: Patterdale Terrier
Eindrücke der kleinen Kraftpakete:










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Dankeschön,
Ann-Kathrin