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Hamilton-Stövare: Der elegante Solojäger aus den schwedischen Wäldern

Hamilton-Stövare Schwedische Bracke

Hamilton-Stövare: Edel und ausdauernd

Kurzinfos & Steckbrief

Der Hamilton-Stövare, oft auch als Hamilton-Bracke bezeichnet, ist der Stolz der schwedischen Kynologie. Als eine der am weitesten verbreiteten Laufhunderassen Schwedens verkörpert er die perfekte Kombination aus Kraft, Eleganz und jagdlicher Passion. Er ist ein hochspezialisierter Spürhund, der darauf gezüchtet wurde, Fuchs und Hase in den weiten skandinavischen Wäldern ausdauernd zu verfolgen. Sein markantes dreifarbiges Haarkleid und sein sanftmütiges Wesen machen ihn zu einer faszinierenden Erscheinung für Kenner anspruchsvoller Jagdhundrassen.

  • Herkunftsland: Schweden
  • FCI-Standard: Gruppe 6 (Laufhunde) / Sektion 1.2 / Nr. 132
  • Größe: Rüden 53-61 cm | Hündinnen 49-57 cm
  • Gewicht: ca. 23 kg bis 27 kg
  • Besonderheit: Schwedischer Nationalhund; jagt traditionell alleine (nicht in der Meute)

Geschichte: Das Erbe des Grafen Hamilton

Die Geschichte des Hamilton-Stövare ist untrennbar mit der Person des Grafen Adolf Patrik Hamilton verbunden. Der Graf, ein leidenschaftlicher Jäger und Mitbegründer des Schwedischen Kennel Clubs, setzte sich im späten 19. Jahrhundert das Ziel, einen vielseitigen, robusten und schnellen Laufhund für die schwierigen Bedingungen der schwedischen Landschaft zu erschaffen.

Als genetische Grundlage dienten verschiedene deutsche Bracken, englische Foxhounds und Harriers. Das Ergebnis war ein Hund, der die Ausdauer der Laufhunde mit der feinen Nase der Spürhunde vereinte. Seit der ersten offiziellen Anerkennung im Jahr 1921 hat sich der Standard kaum verändert. Während er in seiner Heimat Schweden als Nationalhund verehrt wird, ist er außerhalb Skandinaviens eine geschätzte Seltenheit für Jäger und Liebhaber von Bracken.


Erscheinungsbild: Symmetrie in Tricolor

Der Hamilton-Stövare ist ein Hund von beeindruckender Symmetrie. Er wirkt gut proportioniert, muskulös und strahlt eine vornehme Ruhe aus. Sein Körperbau ist funktional und auf Ausdauer ausgelegt.

Farben und Fellbeschaffenheit:

  • Die Dreifarbigkeit: Der Hamilton-Stövare trägt ein exakt definiertes Tricolor-Muster. Ein schwarzer „Mantel“ bedeckt den Rücken, den Rumpf und die Oberseite des Halses. Kopf, Ohren, Läufe und Seiten des Halses sind in einem warmen Lohfarben (Goldbraun) gehalten. Den edlen Kontrast bilden weiße Abzeichen an der Schnauze, am Hals, der Brust, den Pfoten und der Rutenspitze.
  • Das Haarkleid: Das Fell ist kurz, harsch und liegt dicht am Körper an. Es besitzt einen natürlichen Glanz. An der Unterseite der Rute ist das Haar etwas länger, was eine leichte Bürste bildet. Es ist extrem wetterfest und schützt den Hund vor Kälte und Nässe.
  • Der Kopf: Langgestreckt und edel mit dunklen Augen, die einen sanften, aber entschlossenen Ausdruck haben. Die Ohren sind hoch angesetzt und hängen flach am Kopf an.


Wesen: Der freundliche Profi

hamilton-stoevare

Das Wesen des Hamilton-Stövare wird als freundlich, ausgeglichen und stabil beschrieben. Er ist kein Hund, der zur Nervosität neigt. In der Jagdpraxis zeigt er sich als unermüdlicher und mutiger Arbeiter mit einem ausgezeichneten Orientierungssinn. Sein Spurlaut ist klangvoll und kräftig.

Innerhalb der Familie ist er ein angenehmer Hausgenosse, der die Nähe zu seinen Menschen schätzt. Er gilt als sehr loyal und zeigt kaum Aggression gegenüber Menschen. Da er jedoch als Solojäger gezüchtet wurde, besitzt er eine gewisse Eigenständigkeit. Er ist darauf programmiert, draußen eigene Entscheidungen zu treffen, was bei der Erziehung eine konsequente, aber liebevolle Hand erfordert.


Haltung: Ein Leben in Bewegung

Der Hamilton-Stövare ist kein Hund für die Stadt. Sein ausgeprägter Bewegungsdrang und seine jagdliche Passion lassen sich in einem urbanen Umfeld kaum befriedigen. Er benötigt das Landleben oder zumindest den täglichen Zugang zu weitläufigen Flächen.

Besondere Anforderungen:

  • Jagdliche Auslastung: Idealerweise wird er jagdlich geführt. Als Spezialist für Hase und Fuchs ist er in seinem Element, wenn er Fährten über Kilometer hinweg verfolgen darf.
  • Sportliche Alternativen: Wird er nicht jagdlich gehalten, ist Nasenarbeit (Mantrailing, Fährtenarbeit) ein absolutes Muss. Reine Spaziergänge an der Leine reichen ihm nicht aus.
  • Jagdtrieb: Als Sicht- und Spürjäger sollte er in wildreichem Gelände an der Leine bleiben, sofern der Rückruf nicht perfekt sitzt - was bei einem passionierten Laufhund eine große Herausforderung darstellt.
  • Sozialkontakt: Er schätzt die Gesellschaft anderer Hunde und ist in der Regel sehr verträglich.


Erziehung: Kooperation statt Drill

Die Erziehung eines Hamilton-Stövare erfordert Geduld und Verständnis für seine Unabhängigkeit. Als Solojäger arbeitet er nicht im ständigen Blickkontakt zum Halter, sondern folgt seiner Nase. Ein Rückruftraining ist daher die wichtigste Lektion von Welpenbeinen an.

Er reagiert am besten auf positive Verstärkung und eine klare Struktur. Härte oder Gewalt würden bei diesem sensiblen Hund lediglich zu Sturheit führen. Man muss sein Vertrauen gewinnen, um ihn als Partner an der Seite zu haben. Ein gut ausgelasteter Hamilton-Stövare ist im Haus ein Muster an Ruhe und Ausgeglichenheit.


Gesundheit: Robustheit durch Selektion

Dank der strengen Zuchtselektion in Schweden gilt der Hamilton-Stövare als eine sehr gesunde und vitale Rasse.

  • Pflege: Das kurze Fell ist sehr pflegeleicht. Gelegentliches Bürsten reicht aus, um lose Haare zu entfernen.
  • Gelenke: Wie bei allen größeren Laufhunden sollte auf Hüftgelenksdysplasie (HD) geachtet werden, wobei die Rasse hier eine niedrige Anfälligkeit zeigt.
  • Lebenserwartung: Er erreicht bei guter Auslastung und Pflege oft ein Alter von 12 bis 14 Jahren.


Häufige Fragen (FAQ) zum Hamilton-Stövare

Ist er als Familienhund geeignet?
Ja, er ist freundlich und ausgeglichen. Er braucht jedoch eine sehr aktive Familie, die ihn körperlich und vor allem über seine Nase auslastet.

Warum jagt er alleine?
In den weiten Wäldern Schwedens ist die Meutejagd unüblich. Der Hamilton-Stövare wurde gezüchtet, um eigenständig eine Fährte aufzunehmen und das Wild durch anhaltendes Bellen (Spurlaut) vor die Flinte des Jägers zu treiben.

Kann er mit Katzen zusammenleben?
Aufgrund seines starken Jagdtriebs ist bei der Vergesellschaftung mit Katzen Vorsicht geboten. Eine frühe Gewöhnung im Welpenalter kann jedoch funktionieren.


Bildergalerie: Hamilton-Stövare

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