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Parson Russell Terrier: Der unermüdliche Athlet unter den Jagdterriern

Parson Russell Terrier

Der Parson Russell Terrier

Kurzinfos & Steckbrief

Der Parson Russell Terrier ist das Kraftpaket unter den britischen Terriern. Oft verwechselt mit seinem niederläufigen Cousin, dem Jack Russell, ist der „Parson“ der wahre Langstreckenläufer der Familie. Er wurde geschaffen, um mit den Reiterheeren bei der Fuchsjagd Schritt zu halten und anschließend mutig in den Bau einzufahren. Er ist ein Hund von unbändigem Temperament, messerscharfer Intelligenz und einer Loyalität, die keine Grenzen kennt. Hinter seinem charmanten, oft frechen Äußeren verbirgt sich ein ernsthafter Arbeitshund, der eine klare Führung und ein enormes Maß an Aktivität fordert. Wer einen sportlichen Begleiter sucht, der für jedes Abenteuer zu haben ist, findet im Parson Russell Terrier einen Partner fürs Leben.

  • Herkunftsland: Großbritannien
  • FCI-Standard: Gruppe 3 (Terrier) / Sektion 1 (Hochläufige Terrier) / Nr. 339
  • Größe: Rüden ideal 36 cm (34-38 cm) | Hündinnen ideal 33 cm (31-35 cm)
  • Gewicht: ca. 6 kg bis 9 kg
  • Besonderheit: Spannbarer Brustkorb für die Baujagd; enorme Sprungkraft

Geschichte: Das Vermächtnis des „Sporting Parsons“

Die Entstehung dieser Rasse ist untrennbar mit dem Namen John „Jack“ Russell verknüpft, einem englischen Pfarrer (Parson) und leidenschaftlichen Jäger des 19. Jahrhunderts. Russell suchte einen Terrier, der in der Lage war, den Foxhounds bei der berittenen Fuchsjagd über weite Strecken zu folgen, aber klein genug war, um den Fuchs aus seinem Bau zu sprengen. Legenden besagen, dass Russell seine Zucht mit einer Hündin namens „Trump“ begann, die er einem Milchmann abkaufte.

Während der bekanntere Jack Russell Terrier eher auf kurze Beine selektiert wurde (um ihn in Taschen am Sattel mitzuführen), blieb der Parson Russell Terrier der ursprüngliche Typ mit längeren Beinen. Lange Zeit gab es keine formale Trennung, doch Liebhaber der hochläufigen Variante kämpften für eine eigene Anerkennung. Erst im Jahr 1990 wurde die Rasse offiziell vom Kennel Club und später von der FCI anerkannt. Bis heute wird bei der Zucht großer Wert auf die Arbeitsfähigkeit gelegt - ein Parson Russell Terrier soll laut Standard „ein Terrier für die Arbeit“ sein.


Erscheinungsbild: Ein funktionaler Jäger in Weiß

Der Parson Russell Terrier ist ein gut proportionierter, athletischer Hund. Sein gesamter Körperbau ist auf Funktionalität ausgelegt. Besonders wichtig ist der Brustkorb: Er muss von zwei Händen hinter den Schultern „spannbar“ sein - ein Merkmal, das sicherstellt, dass der Hund schmal genug für die Arbeit unter der Erde ist.

Fell, Farben und Textur:

  • Die Farbe: Die Grundfarbe ist immer Weiß. Darauf finden sich lohfarbene, gelbe oder schwarze Abzeichen. Idealerweise beschränken sich diese auf den Kopf und den Rutenansatz, doch Flecken am Körper sind durchaus erlaubt.
  • Das Haarkleid: Es gibt glatt- und rauhaarige (stockhaarige) Varianten. In jedem Fall ist das Fell harsch, dicht und wetterabweisend. Die dichte Unterwolle schützt den Hund vor Nässe und Kälte bei der Baujagd.
  • Besonderheit: Das Haar sollte niemals weich oder seidig sein. Bei rauhaarigen Hunden ist ein leichter Bart erwünscht, der dem Gesicht seinen typischen Ausdruck verleiht.


Wesen: Temperamentvoll, mutig und unerschrocken

Parson Russell Terrier - Hochläufiger Jagdterrier

Der Parson Russell Terrier: Mutig, agil und stets einsatzbereit

Das Wesen des Parson Russell Terriers lässt sich mit einem Wort beschreiben: Aktion! Er ist ein unglaublich aktiver und agiler Hund, der stets aufmerksam durch das Leben geht. Sein Mut ist legendär; er weiß oft nicht, wie klein er eigentlich ist, und begegnet auch deutlich größeren Hunden mit erhobenem Haupt und Selbstbewusstsein.

Trotz seiner jagdlichen Schärfe ist er ein überaus freundlicher und fröhlicher Zeitgenosse. In der Familie zeigt er sich verspielt und anhänglich. Doch Vorsicht: Er ist ein intelligenter Eigensinniger. Er hinterfragt Kommandos und versucht gerne, seinen Kopf durchzusetzen. Sein Jagdtrieb ist stark ausgeprägt und verlangt vom Besitzer ein hohes Maß an Aufmerksamkeit. Ein Parson ist kein Hund für passive Menschen - er braucht eine Aufgabe, um glücklich zu sein.


Haltung: Kein Hund für bequeme Menschen

Die Haltung eines Parson Russell Terriers ist eine Verpflichtung zu einem aktiven Lebensstil. Er kann problemlos in einer Stadtwohnung gehalten werden, aber nur unter der Bedingung, dass er draußen massiv gefordert wird.

Anforderungen an die Auslastung:

  • Bewegung: Tägliche lange Spaziergänge, Joggen oder Begleitung am Pferd sind für ihn das Minimum. Er besitzt eine erstaunliche Ausdauer.
  • Kopfarbeit: Da er hochintelligent ist, braucht er geistige Beschäftigung. Suchspiele, Mantrailing oder Agility sind perfekte Möglichkeiten, seine Energie in positive Bahnen zu lenken.
  • Jagdtrieb managen: Im Wald sollte er aufgrund seines Triebes meist an der Schleppleine bleiben, es sei denn, der Rückruf sitzt absolut perfekt.
  • Soziales Umfeld: Er braucht den engen Kontakt zu seinen Menschen. Alleine im Garten gelassen, wird er sich aufgrund von Langeweile schnell eigene Beschäftigungen suchen (wie Löcher graben oder den Zaun bewachen).


Erziehung: Konsequenz mit einer Prise Humor

Die Erziehung eines Parsons ist eine Herausforderung, die viel Spaß macht, aber auch Nerven kosten kann. Er lernt blitzschnell - leider auch Unfug. Er braucht eine konsequente Führung von Welpenbeinen an. Wer ihm einmal nachgibt, hat bei diesem schlauen Terrier schon fast verloren.

Härte ist jedoch der falsche Weg. Ein Parson Russell Terrier reagiert am besten auf Motivation, Spiel und Belohnung. Da er zu einer gewissen Dominanz gegenüber Artgenossen neigen kann, ist eine frühe und umfassende Sozialisierung in einer Welpenschule unerlässlich. Er muss lernen, dass er nicht der Nabel der Welt ist, auch wenn er das fest glaubt.


Gesundheit und Pflege: Robustheit mit System

Der Parson Russell Terrier gilt als eine sehr robuste Rasse, die eine hohe Lebenserwartung von 14 bis 16 Jahren hat. Dennoch gibt es rassetypische Aspekte.

  • Fellpflege: Rauhaarige und stockhaarige Exemplare müssen regelmäßig (ca. 2-3 Mal pro Jahr) professionell getrimmt (nicht geschoren!) werden, um abgestorbenes Haar zu entfernen. Glatthaarige Hunde sollten regelmäßig gebürstet werden.
  • Augen und Ohren: Vor allem bei Hunden mit viel Weiß im Kopfbereich sollte auf Taubheit und Katarakt (Grauer Star) getestet werden.
  • Bewegungsapparat: Wie bei vielen kleinen Rassen kann Patellaluxation (Kniescheibenverrenkung) vorkommen; gute Züchter lassen ihre Tiere darauf testen.


Häufige Fragen (FAQ) zum Parson Russell Terrier

Was ist der Unterschied zwischen Jack Russell und Parson Russell Terrier?
Der Hauptunterschied liegt in der Beinlänge. Der Parson Russell ist hochläufiger (ideal 33-36 cm), während der Jack Russell niederläufiger (25-30 cm) gezüchtet wird. Der Parson ist eher der quadratische Läufer, der Jack Russell ist länger als hoch.

Ist der Parson Russell Terrier für Anfänger geeignet?
Nur für sehr aktive und konsequente Anfänger. Sein hoher Energielevel und sein Eigensinn können unerfahrene Halter schnell überfordern.

Verträgt er sich mit Katzen?
In der Regel ja, wenn er von klein auf mit ihnen sozialisiert wurde. Dennoch kann sein Jagdtrieb im Freien auch bei der eigenen Katze kurzzeitig „durchgehen“.


Bildergalerie: Parson Russell Terrier

Entdecken Sie die Power des britischen Jagdterriers:

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2 Gedanken zu „Parson Russell Terrier“

  1. Unser 3 Jahre alter Freddy ist mitunter sehr ängstlich aber sehr aufmerksam. Klingelt es an der Tür
    bellt er intensiv trotz ignorieren und Plasteflasche knickern. Die 1. viertel Stunde an der Leine
    hat er starkes Temperament. Er läuft sehr gern frei auf weiten Flächen und hört auf Rückruf.
    Geht seit Anfang an die Hundeschule. Lebt auch harmonisch mit 2 Katzen Kater Till und Tilda
    seit Beginn zusAMMEN; WELCHE MAN AUCH ZU DRITT OHNE Probleme allein lassen kann.
    Wir würden gern die Angstlichkeit und das Anfangsziehen in den Griff bekommen. Wir sind über solch einen freundlichen und aktiven Burschen sehr erfreut .

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  2. „Unerschrocken“ ist noch untertrieben:D bei meinem trifft das Wort „Napoleonkomplex“ gut zu. ich habe diesen Test gemacht um zu sehen ob ich auch zu meinem tatsächlichen Hund (laut Test) passe und bin froh dass seine Rasse erschien:) sehr aufgeweckte, clevere Tierchen sind es und mit ihnen wird einem nie langweilig. Ich kann mir nicht mehr vorstellen ohne einen eigenwilligen und aktiven Hund zu leben. Ich glaube, mit einem Retriever oder ähnlich ruhigem und einfachem Hund würde ich mich sehr schnell langweilen

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