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Shih-Tzu: Der charmante Löwenhund mit dem kaiserlichen Erbe

Shih-Tzu

Der Shih-Tzu

Kurzinfos & Steckbrief

Der Shih-Tzu ist weit mehr als nur ein eleganter Schoßhund. Mit seiner stolzen Haltung, dem üppigen Haarkleid und seinem charmanten, fast schon menschlichen Gesichtsausdruck ist er ein echtes Juwel unter den Begleithunden. Sein Name bedeutet übersetzt „Löwenhund“, was auf seine tiefe spirituelle Bedeutung im Buddhismus hinweist. Ursprünglich in den Klöstern Tibets als heiliger Wächter gezüchtet und später im kaiserlichen China als Palasthund verehrt, hat er heute weltweit die Wohnzimmer als loyaler und anpassungsfähiger Familienhund erobert. Er ist ein kleiner Hund mit einer großen Persönlichkeit - mutig, selbstbewusst und zugleich unglaublich verschmust.

  • Herkunftsland: Großbritannien (Ursprung: Tibet/China)
  • FCI-Standard: Gruppe 9 (Gesellschaftshunde) / Sektion 5 / Nr. 208
  • Größe: 25 cm bis 27 cm
  • Gewicht: 4,5 kg bis 8,1 kg (Idealgewicht: 4,5 bis 7,3 kg)
  • Besonderheit: Chrysanthemen-Gesicht (Haarwuchs in alle Richtungen), haart kaum

Geschichte: Von heiligen Klöstern zum kaiserlichen Palast

Die Wurzeln des Shih-Tzu liegen im mystischen Tibet. Dort wurden diese Hunde von Mönchen in Klöstern gezüchtet und als Reinkarnation heiliger Wesen verehrt. Man glaubte, sie seien die Wächter des Glaubens. Oft wurden sie als kostbare Geschenke an die chinesischen Kaiser gesandt, wo sie ab dem 17. Jahrhundert im Kaiserpalast eine beispiellose Karriere machten.

Im Kaiserreich wurden die Hunde als heilige Symbole behandelt; man sagte ihnen nach, sie sähen aus wie kleine Löwen. Die Kaiserinwitwe Cixi war eine besonders leidenschaftliche Züchterin und sorgte dafür, dass der Shih-Tzu zum Inbegriff des Palasthundes wurde. Nach dem Ende der Kaiserzeit gelangten die ersten Exemplare in den 1930er Jahren nach Europa, insbesondere nach Großbritannien. Dort wurde die Zucht professionalisiert und der heutige Rassestandard festgelegt, weshalb Großbritannien heute offiziell als Herkunftsland geführt wird.


Erscheinungsbild: Ein orientalisches Kunstwerk auf vier Pfoten

Der Shih-Tzu ist ein kleiner, aber robuster Hund mit einem quadratischen Körperbau. Trotz seiner geringen Größe wirkt er durch sein üppiges Fell oft deutlich voluminöser und majestätischer.

Fell, Farben und Besonderheiten:

  • Das Haarkleid: Das markanteste Merkmal ist das lange, dichte Deckhaar mit kurzer, weicher Unterwolle. Das Haar auf dem Nasenrücken wächst nach oben, was dem Shih-Tzu das typische „Chrysanthemen-Gesicht“ verleiht.
  • Farbvielfalt: Beim Shih-Tzu sind alle Farben erlaubt. Besonders begehrt sind mehrfarbige Tiere mit einer weißen Stirnblesse und einer weißen Rutenspitze, da dies im alten China als glückbringend galt.
  • Anatomie: Er hat einen kurzen Fang mit einem leichten Vorbiss. Seine Rute wird stolz und hoch über dem Rücken getragen, was seinen arroganten, aber charmanten Ausdruck unterstreicht.
  • Haarausfall: Ein großer Vorteil für viele Besitzer ist, dass der Shih-Tzu kaum haart. Die abgestorbenen Haare bleiben in der dichten Unterwolle hängen und müssen ausgebürstet werden, anstatt sich in der Wohnung zu verteilen.


Wesen: Ein stolzer Löwe mit einem Herz aus Gold

Shih-Tzu kleiner Gesellschaftshund

Der Shih-Tzu: Ein eleganter Löwe im Miniaturformat

Das Wesen des Shih-Tzu ist eine faszinierende Mischung aus Stolz und Verspieltheit. Er ist ein freundlicher, ausgeglichener und sehr feinfühliger Hund. Er baut eine extrem enge Bindung zu seinen Menschen auf und genießt jede Form von Aufmerksamkeit und Zuwendung.

Obwohl er zu den Gesellschaftshunden zählt, besitzt er einen aufgeweckten und selbstbewussten Charakter. Er weiß genau, was er will, und kann manchmal einen gewissen Eigensinn an den Tag legen. Dennoch ist er sehr kinderlieb und verträgt sich in der Regel ausgezeichnet mit anderen Haustieren und Artgenossen. Fremden gegenüber zeigt er sich oft zunächst zurückhaltend, taut aber schnell auf, wenn er merkt, dass keine Gefahr droht.


Haltung: Der perfekte Begleiter für jede Lebenslage

Der Shih-Tzu ist ein absoluter Anpassungskünstler. Er fühlt sich in einer Stadtwohnung genauso wohl wie in einem Haus auf dem Land. Was er jedoch gar nicht mag, ist das Alleinsein. Er braucht die Nähe zu seinem „Rudel“ und möchte am liebsten überall dabei sein.

Was ein Shih-Tzu-Besitzer beachten sollte:

  • Bewegungsdrang: Er braucht keine Marathonläufe, aber tägliche Spaziergänge und kleine Spielrunden sind essenziell für seine körperliche und geistige Gesundheit.
  • Pflegeaufwand: Dies ist der wichtigste Punkt bei der Haltung. Sein langes Fell muss täglich gebürstet und gekämmt werden, um schmerzhafte Verfilzungen zu vermeiden. Viele Besitzer lassen das Fell im „Puppy-Cut“ kurz scheren, um den Aufwand zu reduzieren.
  • Hygiene: Augen und Ohren müssen regelmäßig kontrolliert und gesäubert werden, da das Gesichtshaar oft Reizungen verursachen kann. Auch die Pfotenpflege nach dem Spaziergang ist wichtig.
  • Soziales Umfeld: Er ist ein idealer Hund für Senioren, Paare oder Familien mit Kindern, sofern diese respektvoll mit dem kleinen Hund umgehen.


Erziehung: Geduld und sanfte Konsequenz

Die Erziehung eines Shih-Tzu erfordert Feingefühl. Er ist intelligent und lernt schnell, neigt aber dazu, Kommandos zu hinterfragen, wenn er keinen Sinn darin sieht oder wenn die Erziehung zu hart ist. Er reagiert extrem sensibel auf laute Worte.

Der beste Weg zum Erfolg ist positive Bestärkung. Lob, Leckerlis und Geduld führen bei ihm viel weiter als Drill. Da er manchmal etwas eigensinnig sein kann, ist eine liebevolle Konsequenz wichtig. Er sollte von klein auf lernen, dass er nicht der uneingeschränkte Herrscher im Haus ist, auch wenn sein Blick oft etwas anderes behauptet.


Gesundheit: Ein langes Leben bei guter Pflege

Der Shih-Tzu ist grundsätzlich eine robuste kleine Rasse, kann aber aufgrund seiner speziellen Anatomie (kurzer Fang, große Augen) einige rassetypische Empfindlichkeiten zeigen.

  • Atmung: Wie viele kurzköpfige Rassen kann er bei großer Hitze oder Übergewicht Atemschwierigkeiten bekommen. Hier ist ein gesundes Gewicht (idealerweise unter 7,3 kg) entscheidend.
  • Augen: Seine großen Augen sind anfällig für Verletzungen durch Haare oder Staub. Regelmäßige Kontrolle ist Pflicht.
  • Zähne: Aufgrund des leichten Vorbisses neigt er zu Zahnstein. Regelmäßige Zahnpflege oder Kauartikel sind empfehlenswert.
  • Lebenserwartung: Mit guter Pflege und hochwertiger Ernährung erreicht ein Shih-Tzu oft ein Alter von 12 bis 16 Jahren.


Häufige Fragen (FAQ) zum Shih-Tzu

Ist der Shih-Tzu für Allergiker geeignet?
Da er kaum haart, wird er oft als allergikerfreundlich bezeichnet. Es gibt jedoch keine Garantie, da Menschen auch auf Speichel oder Hautschuppen reagieren können. Ein Test vorab ist ratsam.

Muss ein Shih-Tzu zum Friseur?
Wenn man das Fell nicht täglich stundenlang bürsten möchte, empfiehlt sich ein regelmäßiger Besuch beim Hundesalon (alle 8-10 Wochen), um das Fell auf eine handliche Länge zu kürzen.

Ist er ein Kläffer?
Nein, der Shih-Tzu ist in der Regel ein ruhiger Hund. Er meldet zwar Besucher, neigt aber nicht zum sinnlosen Dauerbellen.


Bildergalerie: Shih-Tzu

Entdecken Sie die Schönheit des tibetischen Löwenhundes:

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5 Gedanken zu „Shih-Tzu“

  1. Ich besitze derzeit ein Tricolor-Shih Tzu Mädel, einen Shih Tzu-Rüden in solid chocolat und eine franz. Bulldoggen-Mix-Hündin.
    Keinen der 3 möchte ich missen müssen.
    Vor der Anschaffung eines Shih Tzu sollte man allerdings bedenken:
    – Man sollte die Zeit und die Lust haben, täglich zu pflegen
    – Man sollte sich darüber im Klaren das man schon ein paar Euro in die Pflege investieren sollte.
    – Man sollte sich durchsetzen können, ein Shih Tzu nimmt sich sonst gerne was er will und wann er es will
    – Man sollte mit Konfrontationen und „dummen“ Sprüchen anderer Menschen, insbesondere anderer Hundebesitzer umgehen können.
    – Man sollte mit der oft „arroganten“ Art seines Hundes leben können 🙂

    Ich jedenfalls kann nur für mich sprechen und würde mir immer wieder einen Shih Tzu holen 🙂

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  2. ich hatte 8 Jahre lang ein Shi-Tzu Mädchen sie war sehr lieb , habe sie aus dem tierheim gehollt da sie schon älter war habe ich ihr ein schönes zu Hause gegeben . es tat sehr weh als sie eingeschlafe ist .

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