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Basset Hound: Sanftmütiger Spürnasen-Spezialist mit Charakter

Basset Hound im Profil

Kurzinfos & Rassestandard

  • Herkunftsland: Großbritannien (Ursprung in Frankreich)
  • FCI-Standard: Gruppe 6.1.3 (Niederlaufende Schweißhunde) / Nr. 163
  • Größe: 33 bis 38 cm Schulterhöhe
  • Gewicht: Rüden 30-35 kg | Hündinnen 25-28 kg
  • Besonderheit: Lange Ohren, markante Hautfalten und tiefer Schwerpunkt

Geschichte: Von französischen Mönchen zum britischen Liebling

Die Geschichte des Basset Hound beginnt eigentlich in Frankreich. Der Name leitet sich vom französischen Wort „bas“ (tief/niedrig) ab. Mönche des Klosters St. Hubertus züchteten diese niederläufigen Hunde, um sie für die Jagd in dichtem Unterholz einzusetzen. Da die Hunde langsam genug waren, konnten Jäger ihnen zu Fuß folgen - ein großer Vorteil für diejenigen, die sich keine Pferde leisten konnten.

Im späten 19. Jahrhundert gelangten diese Hunde nach Großbritannien, wo sie mit dem Bloodhound gekreuzt wurden, um ihren Geruchssinn weiter zu perfektionieren und das markante Aussehen mit der losen Haut und den langen Ohren zu festigen. Obwohl er heute oft als gemütlicher Begleiter auf dem Sofa gesehen wird, ist der Basset Hound im Herzen ein unermüdlicher Jagdhund mit einer Nase, die zu den besten in der Hundewelt zählt.


Erscheinungsbild: Ein Kraftpaket auf kurzen Beinen

Der Basset Hound ist eine beeindruckende Erscheinung. Trotz seiner geringen Schulterhöhe ist er ein schwerer, substanzvoller Hund. Sein Körper ist lang und massiv, getragen von kurzen, kräftigen Läufen. Die lose Haut am Kopf bildet Falten, die zusammen mit den tief angesetzten, extrem langen Ohren dem Basset seinen typischen, melancholischen Gesichtsausdruck verleihen.

Fell und Farben: Das Fell ist glatt, kurz und dicht, was ihn sehr wetterfest macht. Die Farbgebung ist vielfältig:

  • Dreifarbig: Schwarz, Weiß und Braun (Tricolor).
  • Zweifarbig: Häufig Lemon und Weiß (Zitronengelb/Weiß).
  • Grundsätzlich ist jede anerkannte Laufhundfarbe zulässig.


Wesen: Der sanfte Philosoph mit eigenem Kopf

Der Basset Hound ist die Ruhe selbst. Er gilt als ausgesprochen sanftmütig, gutmütig und niemals aggressiv. Er ist ein geselliger Hund, der den engen Kontakt zu seiner Familie braucht und ungern über längere Zeit allein gelassen wird. Sein Umgang mit Kindern ist vorbildlich, da er eine hohe Toleranzschwelle besitzt.

Doch lassen Sie sich nicht von seinem „traurigen“ Blick täuschen: Der Basset ist ein hochintelligenter Hund mit einem ausgeprägten Eigensinn. Er wägt oft ab, ob sich die Ausführung eines Kommandos für ihn lohnt. Zudem besitzt er einen beachtlichen Jagdtrieb. Wenn er eine interessante Fährte in der Nase hat, schaltet er auf „Durchzug“ - in diesem Moment ist er ein reiner Nasenhund, der seine Umwelt komplett ausblenden kann.


Haltung: Barrierefrei und gemütlich

Der Basset Hound ist ein anpassungsfähiger Mitbewohner, der sich in einer Wohnung ebenso wohlfühlt wie in einem Haus mit Garten. Es gibt jedoch eine wichtige Einschränkung: Treppen sind Gift für seinen langen Rücken und die kurzen Beine. Idealerweise lebt ein Basset daher in einem Erdgeschoss oder in einem Haus mit Aufzug.

Bewegung und Auslastung: Obwohl er oft träge wirkt, braucht der Basset regelmäßige Bewegung, um Übergewicht zu vermeiden, das seine Gelenke zusätzlich belasten würde. Lange, gemütliche Spaziergänge, bei denen er ausgiebig schnüffeln darf, machen ihn glücklich. Für Hundesportarten wie Agility ist er aufgrund seines Körperbaus nicht geeignet, glänzt aber in der Fährtenarbeit oder beim Mantrailing.


Erziehung: Geduld und Bestechung

Die Erziehung eines Bassets erfordert Humor und viel Geduld. Er reagiert nicht auf Druck oder harte Kommandos. Vielmehr erreicht man sein Ziel durch positive Verstärkung und - ganz wichtig - kulinarische Anreize. Da er sehr verfressen ist, lässt er sich mit Leckerlis meist überzeugen. Ein perfekter Gehorsam, wie man ihn von einem Schäferhund kennt, wird bei einem Basset Hound jedoch ein ewiger Wunschtraum bleiben. Er ist ein Partner, kein Untergebener.


Gesundheit: Besondere Aufmerksamkeit für den „Langen“

Aufgrund seiner speziellen Anatomie ist der Basset Hound anfällig für bestimmte gesundheitliche Probleme:

  • Rücken & Gelenke: Wie beim Dackel besteht ein Risiko für Bandscheibenvorfälle. Übergewicht muss unbedingt vermieden werden! Ebenso sind Hüft- (HD) und Ellenbogendysplasie (ED) Themen in der Zucht.
  • Ohren: Die langen Ohren werden schlecht belüftet. Sie müssen regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden, um chronische Entzündungen zu verhindern.
  • Augen: Durch die lose Gesichtshaut kann es zu Ektropium (Hängendes Augenlid) kommen, was Reizungen begünstigt.
  • Magendrehung: Da er ein tiefbrüstiger Hund ist, besteht nach dem Fressen ein Risiko. Ruhepausen sind nach jeder Mahlzeit Pflicht.


Häufige Fragen (FAQ) zum Basset Hound

Ist der Basset Hound ein Kläffer?
Nein, aber er hat eine sehr tiefe, sonore Stimme. Wenn er anschlägt (oft beim Aufnehmen einer Fährte oder wenn es an der Tür klingelt), ist dies weithin hörbar.

Kann man einen Basset Hound von der Leine lassen?
Nur in sehr sicherem, eingezäuntem Gelände oder wenn er extrem gut abrufbar ist. Sein Jagdtrieb ist oft stärker als sein Gehorsam.

Wie alt werden Basset Hounds?
Die Lebenserwartung liegt im Durchschnitt bei 10 bis 12 Jahren.

Ist er für Berufstätige geeignet?
Nur bedingt. Der Basset ist sehr sozial und leidet unter Einsamkeit. Er braucht die Nähe seiner Menschen oder zumindest eines Zweithundes.


Bildergalerie: Basset Hound

Impressionen der gemütlichen Spürnasen:

Foto: ©CALLALLOO CANDCY/Fotolia

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