1 Kommentar

Cirneco dell’Etna: Der flinke Jäger vom Fuße des Vulkans

Cirneco dell’Etna stehend

Cirneco: Flink, elegant, antik

Kurzinfos & Steckbrief

Der Cirneco dell’Etna ist ein Juwel der Mittelmeerregion. Beheimatet auf Sizilien, ist er ein Hund des Urtyps, dessen Geschichte Jahrtausende zurückreicht. Mit seinen großen, stehenden Ohren und seiner sehnigen Statur erinnert er an die Darstellungen des altägyptischen Gottes Anubis. Er ist ein hochspezialisierter Jäger, der für die Arbeit auf hartem Lavagestein geschaffen wurde, und besticht heute als loyaler, eleganter Begleiter für aktive Individualisten.

  • Herkunftsland: Italien (Sizilien)
  • FCI-Standard: Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp) / Sektion 7 / Nr. 199
  • Größe: Rüden 46-50 cm | Hündinnen 42-46 cm (Toleranz bis 52/50 cm)
  • Gewicht: Rüden 10-12 kg | Hündinnen 8-10 kg
  • Besonderheit: Nutzt Sicht, Gehör und Nase gleichermaßen bei der Jagd

Geschichte: Ein Überlebenskünstler aus der Antike

Die Geschichte des Cirneco dell’Etna ist tief in der sizilianischen Kultur verwurzelt. Kynologische Studien legen nahe, dass die Vorfahren dieser Hunde bereits vor über 3.000 Jahren mit den Phöniziern nach Sizilien gelangten. Münzen aus dem 5. bis 3. Jahrhundert v. Chr., die in der Nähe von Adrano gefunden wurden, zeigen Abbildungen von Hunden, die dem heutigen Cirneco verblüffend ähnlich sehen.

Der Name leitet sich vermutlich vom lateinischen „Cyrenaicus“ ab, was auf eine Verbindung nach Nordafrika hindeutet. Auf Sizilien entwickelte sich der Hund isoliert weiter und passte sich perfekt an die extremen Bedingungen des Ätna an. Während andere Windhunde vor allem auf Sicht jagen, musste der Cirneco auf dem zerklüfteten, scharfen Lavagestein seine Nase und sein Gehör einsetzen, um Kaninchen in ihren Verstecken aufzuspüren. Erst 1939 wurde der erste Rassestandard erstellt, um dieses lebende Kulturerbe zu schützen.


Erscheinungsbild: Die Eleganz des Urtyps

Der Cirneco ist ein Hund von edlen Formen. Er wirkt quadratisch gebaut, sehnig und trocken. Seine Silhouette ist geprägt von einer fast schon aerodynamischen Leichtigkeit, die seine Sprungkraft und Schnelligkeit unterstreicht.

Fell, Farben und Physiologie:

  • Die Ohren: Sein markantestes Merkmal sind die großen, aufrecht stehenden Stehohren mit sehr fester Basis. Sie dienen nicht nur dem exzellenten Gehör, sondern auch der Thermoregulation in der sizilianischen Hitze.
  • Das Haarkleid: Das Fell ist kurz auf dem Kopf und an den Beinen, während es am Rumpf und der Rute etwa 3 cm misst. Es ist glatt, fest und liegt eng an.
  • Farben: Die Palette reicht von einem intensiven Falbton bis hin zu verwaschenem Sand oder Isabellfarben. Weiß gescheckte Tiere oder weiße Flecken an Brust, Pfoten und Rutenspitze kommen vor, sind aber seltener.
  • Körperbau: Der Cirneco besitzt eine sehr trockene Muskulatur und eine schmale Brust, was ihm enorme Wendigkeit im unwegsamen Gelände verleiht.


Wesen: Lebhaft, freundlich und wachsam

Das Wesen des Cirneco dell’Etna ist eine faszinierende Mischung aus Temperament und Sanftmut. Er ist ein ausgesprochen lebhafter Hund, der gerne spielt und sich bewegt. Im Kreise seiner Familie zeigt er sich als freundlicher, loyaler und verschmuster Begleiter, der die Nähe zu seinen Menschen sucht.

Fremden gegenüber verhält sich der Cirneco typischerweise reserviert und distanziert. Er braucht Zeit, um Vertrauen zu fassen, ist aber niemals aggressiv. Sein Charakter wird oft als schlicht und ehrlich beschrieben; er ist wachsam, ohne ein Kläffer zu sein. Als Jagdhund besitzt er eine enorme Ausdauer und Konzentrationsfähigkeit, was sich im Alltag in einer gewissen Eigenständigkeit äußern kann.


Haltung: Viel Platz für den sizilianischen Sprinter

Auch wenn der Cirneco dell’Etna in Italien primär als Spezialist für die Kaninchenjagd geschätzt wird, erobert er weltweit die Herzen als sportlicher Familienhund. Er passt sich dem Leben im Haus gut an, sofern seine Grundbedürfnisse erfüllt werden.

Was ein Cirneco braucht:

  • Bewegung: Er ist ein Laufhund. Tägliche, ausgiebige Spaziergänge und die Möglichkeit zum freien Laufen in gesichertem Gelände sind ein Muss. Er liebt Sprints und schnelle Richtungswechsel.
  • Geistige Auslastung: Da er ein Hund des Urtyps ist, möchte er gefordert werden. Intelligenzspiele, Mantrailing oder Agility lasten seinen wachen Geist gut aus.
  • Witterung: Durch sein kurzes Fell ohne Unterwolle friert der Cirneco im nasskalten Winter schnell. Ein Hundemantel ist bei niedrigen Temperaturen absolut notwendig.
  • Jagdtrieb: Sein Instinkt ist stark. Kleintiere und Wild werden sofort bemerkt. Ein sicherer Rückruf muss von Welpenbeinen an intensiv trainiert werden.


Erziehung: Geduld führt zum Ziel

Die Erziehung eines Cirneco dell’Etna erfordert Fingerspitzengefühl. Er ist intelligent und lernt schnell, besitzt aber die für Urtypen typische Unabhängigkeit. Er kooperiert gerne, sieht aber keinen Sinn in Kadavergehorsam. Härte oder Druck führen bei diesem sensiblen Hund sofort zum Rückzug.

Eine Erziehung auf Basis positiver Bestärkung und einer vertrauensvollen Bindung ist der Schlüssel zum Erfolg. Er reagiert sehr gut auf Belohnungen und Abwechslung. Da er misstrauisch gegenüber Fremden sein kann, ist eine frühe Sozialisierung essenziell, um ihn zu einem souveränen Begleiter im städtischen Umfeld zu machen.


Gesundheit und Pflege: Robust wie sizilianischer Stein

Der Cirneco dell’Etna ist eine außerordentlich gesunde Rasse, da er nie auf äußere Merkmale überzüchtet wurde, sondern stets funktional bleiben musste.

  • Pflege: Der Pflegeaufwand ist minimal. Das kurze Fell ist selbstreinigend. Gelegentliches Bürsten reicht aus, um die Durchblutung zu fördern und den Glanz zu erhalten.
  • Erbkrankheiten: Es sind kaum rassespezifische Krankheiten bekannt. Gelegentlich sollte auf die Gelenke und die Krallenpflege (da er oft auf weichem Boden läuft und sie sich nicht natürlich abnutzen) geachtet werden.
  • Lebenserwartung: Mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 12 bis 15 Jahren ist er ein langlebiger Gefährte.


Häufige Fragen (FAQ) zum Cirneco dell’Etna

Ist der Cirneco ein Windhund?
Obwohl er optisch den Windhunden ähnelt und sehr schnell ist, wird er in der FCI-Gruppe 5 (Urtyp) geführt. Das liegt an seiner vielseitigen Jagdweise, die nicht nur auf Sicht basiert.

Kann man einen Cirneco in der Wohnung halten?
Ja, sofern er draußen genug Auslauf bekommt. Er verhält sich drinnen meist ruhig und genießt weiche Liegeplätze.

Ist er für Anfänger geeignet?
Bedingt. Er ist zwar freundlich und leichtführig, erfordert aber aufgrund seines Jagdtriebs und seiner Eigenständigkeit viel Engagement und Verständnis für seinen Charakter.


Bildergalerie: Cirneco dell’Etna

Lassen Sie sich von der zeitlosen Schönheit dieses Sizilianers verzaubern:

Foto: ©otsphoto/Fotolia

Copyright

Alle Texte auf dieser Webseite (hundeseite.de) sind urheberrechtlich geschützt. Eine Veröffentlichung, Vervielfältigung oder Nutzung jeglicher Inhalte ist ohne vorherige schriftliche Zustimmung ausdrücklich untersagt.

1 Gedanke zu „Cirneco dell'Etna“

  1. Wie bereits beschrieben, ist der Hund sanft und umgänglich, teilweise katzenartig. Er braucht allerdings sehr viel Auslauf, mindestens 5 Stunden kam Tag.
    Wenn er gut erzogen und in die Familie integriert ist, kann er sogar leinenlos mitgeführt werden. Aber Achtung: Er ist ein perfekter Jagdhund, der keine Furcht kennt, auch nicht vor Wildschweinen. Kaninchen sammelt er reihenweise, um sie anschliessend als Futterreserve zu „beerdigen“, aber auch Hasen haben keine Chance zu entkommen. Der Cirneco berechnet den Weg des Hasen im Voraus und erwischt ihn, indem er ihm den Weg abschneidet.
    Hinzu kommt, das der Hund hochintelligent ist. Er kann sich zum Beispiel seine Umgebung merken, so dass zum Beispiel eine Katze, die auf der Flucht über einen Ast eines Baumes anscheinend entkommt, doch weiter gejagt wird, da der Hund sich erinnert, kurz zuvor an einem Tor vorbeigekommen zu sein, durch das er die Katze weiter verfolgen kann. es gibt dazu noch viele weitere Beispiel. Der Hund jagt übrigens nicht nur, wie Einige behaupten, mit Nase und Ohren, sondern auch auf Sicht. Beute kann 500m entfernt sein, sie wird trotzdem wahrgenommen und evtl. verfolgt. Wichtig ist, zu wissen, dass der Cirneco ein gnadenloser Mörder ist. Wenn man es ihm nicht rechtzeitig abgewöhnt, sind auch Rehe seine Beute; er jagt sie indem er sie überholt und dann an die Kehle springt, diese zukneift, bis das Reh verendet ist. Er macht das aber nicht aus Spaß, so wie Katzen, die vollgefressen Vögel und Mäuse zum Zeitvertreib und Spielen jagen, sondern er jagt, um zu fressen. Nicht umsonst ist er ein Hund vom Urtyp.
    Also, nur zum Verständnis; er ist innerhalb der Familie ein liebevolles Wesen, das gerne spielt und rauft, leicht zu erziehen und verständnisvoll ist. Aber der Cirneco ist gerne gefordert, er ist kein Stadthund und schon gar nicht ein Hund, den man morgens alleine läßt, weil man zur Arbeit muss. Man kann ihn zwar auch alleine lassen, um z.B. einkaufen zu gehen, aber er möchte es (Ob man es glaubt oder nicht) gesagt bekommen; er versteht es , wenn man ihm sagt: ich komme gleich wieder. Ich wiederhole mich noch einmal, dieser Hund ist hochintelligent. Unser ist leider letztes Jahr im Alter von 12 Jahren an einem Milztumor verstorben, aber jetzt wird eine Nachfolgerin auf Sizilien gekauft. Einmal Cirneco— immer Cirneco

    Antworten

Schreibe einen Kommentar