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Islandhund: Der fröhliche Wikinger unter den Hütehunden

Islandhund Icelandic Sheepdog in der Natur

Islandhund: Wachsam, bunt und voller Energie

Kurzinfos & Steckbrief

Der Islandhund ist ein echtes Original. Als einziger Hund, dessen Ursprung direkt auf Island liegt, ist er ein lebendiges Erbe der Wikingerzeit. Dieser nordische Hütespitz besticht nicht nur durch sein charmantes, fuchsähnliches Aussehen und seine bunte Farbenpracht, sondern vor allem durch sein unerschütterlich freundliches Wesen. Er ist ein intelligenter Arbeitshund, der es liebt, seine Menschen im Alltag zu begleiten, und dabei stets ein Lächeln im Gesicht zu tragen scheint. In Deutschland noch eine Rarität, erobert er die Herzen von Hundesportlern und Familien im Sturm.

  • Herkunftsland: Island
  • FCI-Standard: Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp) / Sektion 3 / Nr. 289
  • Größe: Rüden ca. 46 cm | Hündinnen ca. 42 cm
  • Gewicht: ca. 9 kg bis 14 kg
  • Besonderheit: Einzige einheimische Hunderasse Islands; oft doppelte Afterkrallen

Geschichte: Der treue Begleiter der Wikinger

Die Geschichte des Islandhundes ist so alt wie die Besiedlung Islands selbst. Man geht davon aus, dass die ersten Siedler, die Wikinger, ihre nordischen Spitze zwischen 870 und 930 n. Chr. mit auf die Insel brachten. Über Jahrtausende war der Islandhund für das Überleben der isländischen Bauern unverzichtbar. Seine Aufgabe war es, Schafe, Pferde und Rinder in dem unwegsamen Gelände zu treiben und zu bewachen. Dabei spezialisierte er sich besonders darauf, entlaufenes Vieh durch Bellen zu finden und zurückzutreiben.

Die Rasse blickt jedoch auch auf dunkle Zeiten zurück. Im 19. Jahrhundert dezimierten schwere Epidemien (Staupe und Bandwürmer) den Bestand so stark, dass der Islandhund fast ausgestorben wäre. Nur durch die engagierte Arbeit isländischer und britischer Züchter im 20. Jahrhundert konnte dieser wertvolle Genpool gerettet werden. Heute ist er der Stolz Islands und wird dort als Nationalerbe streng geschützt. Außerhalb Skandinaviens findet er immer mehr Anhänger, die seine Ursprünglichkeit und Vitalität schätzen.


Erscheinungsbild: Ein bunter Nordländer in zwei Varianten

Der Islandhund ist ein typischer nordischer Hütespitz von mittlerer Größe. Er wirkt rechteckig gebaut, muskulös und steht auf stabilen Läufen. Sein Gesicht mit den dunklen Augen und den aufrechten Ohren strahlt Neugier und Freundlichkeit aus.

Fellbeschaffenheit und Farben:

  • Zwei Fellvarianten: Es gibt den Islandhund in kurzhaarig (mittellanges Deckhaar) und langhaarig. Beide Varianten besitzen ein doppeltes, wetterfestes Haarkleid mit dichter, weicher Unterwolle. Das raue Deckhaar schützt ihn vor dem harschen isländischen Klima.
  • Farbenpracht: Der Standard erlaubt viele Farben, wobei eine Farbe immer vorherrschen sollte. Typisch sind Loh-Schattierungen (von Creme bis Rotbraun), Schokoladenbraun, Grau oder Schwarz.
  • Weiße Abzeichen: Fast jeder Islandhund trägt Weiß - oft als Blesse, Kragen, an der Brust oder an der Rutenspitze. Diese unregelmäßigen Abzeichen machen jeden Hund zu einem Unikat.
  • Besonderheit Pfoten: Viele Islandhunde besitzen doppelte Afterkrallen (Wolfskrallen) an den Hinterläufen, was ihnen in schwierigem Gelände besseren Halt gab.


Wesen: Lebhaft, bellfreudig und unendlich loyal

Der Islandhund ist ein fröhlicher und aufgeschlossener Charakter. Er liebt Menschen und begegnet auch Fremden meist mit einer freundlichen Neugier. Er ist intelligent, lernwillig und verspielt bis ins hohe Alter. Da er als Hütehund darauf selektiert wurde, eng mit dem Menschen zusammenzuarbeiten, besitzt er eine hohe soziale Kompetenz und ist sehr anhänglich.

Was man jedoch wissen muss: Ein Islandhund ist mitteilungsbedürftig. Da er Vieh über weite Distanzen durch Bellen treiben musste, nutzt er seine Stimme auch heute gerne, um Besucher anzukündigen oder seine Freude auszudrücken. Sein Jagdtrieb ist im Vergleich zu anderen nordischen Rassen schwach ausgeprägt, was ihn zu einem angenehmen Begleiter in der Natur macht, der selten zum Streunen neigt.


Haltung: Ein aktiver Hund für unternehmungslustige Familien

Der Islandhund ist ein Allrounder. Er kann in der Stadt leben, wenn man ihm genug Beschäftigung bietet, fühlt sich aber auf dem Land sichtlich wohler. Er ist kein Hund für Menschen, die Ruhe suchen - er möchte Teil des Geschehens sein.

Das braucht ein Islandhund:

  • Bewegung: Er braucht viel Auslauf. Lange Wanderungen, Radtouren oder Strandspaziergänge sind sein Element.
  • Geistige Auslastung: Durch seine Intelligenz eignet er sich hervorragend für Hundesportarten wie Agility, Obedience, Rally-Obedience oder Trickdogging. Er lernt extrem schnell.
  • Familienanschluss: Er leidet unter Isolation. Er möchte im Haus bei seinen Menschen sein und am Familienleben teilnehmen.
  • Umgang mit dem Bellen: Man sollte von Welpenbeinen an das Bellen in geregelte Bahnen lenken. Ganz unterdrücken lässt es sich bei diesem „israelischen Glockenspiel“ nicht, aber man kann es kontrollierbar machen.


Erziehung: Positive Verstärkung und klare Führung

Die Erziehung eines Islandhundes macht in der Regel viel Freude, da er kooperativ und motiviert ist. Er möchte gefallen (Will-to-please). Mit positiver Verstärkung, Lob und Leckerlis erreicht man bei ihm fast alles. Härte oder Druck verträgt dieser sensible Nordländer gar nicht - er würde sich verunsichert zurückziehen.

Da er ein Hütehund ist, besitzt er eine schnelle Auffassungsgabe. Man muss jedoch darauf achten, dass sich keine unerwünschten Verhaltensweisen (wie das Verbellen von Autos oder Radfahrern) einschleichen. Da sein Jagdtrieb schwach ist, ist der Freilauf meist problemlos trainierbar, was die Spaziergänge sehr entspannt macht.


Gesundheit und Pflege: Robust und Langlebig

Der Islandhund ist eine robuste und gesunde Rasse, die kaum von rassetypischen Erbkrankheiten geplagt wird.

  • Pflege: Das Fell ist schmutzabweisend. Gelegentliches Bürsten reicht aus, nur während des Fellwechsels verliert er viel Unterwolle und muss täglich gekämmt werden.
  • Robustheit: Er ist wetterfest und liebt es, bei Wind und Wetter draußen zu sein.
  • Lebenserwartung: Islandhunde werden oft sehr alt, 12 bis 15 Jahre sind keine Seltenheit.


Häufige Fragen (FAQ) zum Islandhund

Bellt ein Islandhund wirklich so viel?
Ja, er ist eine kommunikative Rasse. Er nutzt seine Stimme zum Melden und beim Spielen. Mit konsequentem Training kann man das Bellen jedoch auf ein moderates Maß begrenzen.

Ist der Islandhund für Anfänger geeignet?
Absolut! Seine Freundlichkeit und sein Wunsch zu gefallen machen ihn zu einem tollen Ersthund für aktive Menschen.

Versteht er sich mit anderen Haustieren?
In der Regel ja. Er ist ein sehr sozialer Hund, der gut mit Artgenossen und - bei früher Gewöhnung - auch mit Katzen oder Kleintieren auskommt.


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