8 Kommentare

Beagle: Charmanter Meutehund mit unbestechlicher Nase

Beagle

Der Beagle (tricolor)

Kurzinfos & Steckbrief

Der Beagle ist ein fröhlicher, intelligenter und überaus geselliger Hund, in dessen Brust das Herz eines passionierten Jägers schlägt. Ursprünglich in Großbritannien für die Treibjagd in der Meute gezüchtet, zeichnet er sich durch seine unbestechliche Nase und eine gewisse, charmante Sturheit aus. Als „Spezialist für Bodenfährten“ vergisst er beim Spaziergang im Wald gerne einmal seine gute Erziehung, sobald er eine spannende Spur wittert. Im Haus ist er jedoch ein sanftmütiger, kinderliebender und sehr verträglicher Familienhund. Sein immer hungriger Magen und sein sprichwörtlicher Optimismus machen ihn zu einem Charakterkopf, der jeden Tag Leben in die Bude bringt.

  • Herkunftsland: Großbritannien
  • FCI-Standard: Gruppe 6 (Laufhunde), Sektion 1 (Nr. 161)
  • Größe: 33 bis 40 cm
  • Gewicht: Ca. 10 bis 18 kg
  • Besonderheit: Ausgeprägter Geruchssinn; die weiße Schwanzspitze (Quaste) ist typisch.
  • Charakter: Fröhlich, entschlossen, freundlich und sehr verfressen.

Geschichte und Herkunft: Der Spezialist für die Treibjagd

Der Beagle blickt auf eine jahrhundertelange Geschichte als Funktionshund zurück. Ursprünglich wurde er in Großbritannien ausschließlich für die Jagd in der Meute gezüchtet, insbesondere für die sogenannte "Beagling"-Jagd auf Hasen und Wildkaninchen. Sein Name leitet sich vermutlich vom französischen Wort „beugler“ (schreien/brüllen) oder dem keltischen „beag“ (klein) ab.

In der Meutezucht war die Selektion gnadenlos: Nur Hunde, die eine exzellente Spurensuche zeigten, enorme Zähigkeit bewiesen und innerhalb der Gruppe absolut sozialverträglich agierten, durften bleiben. Aggressionen gegen Artgenossen konnten sich die Jäger nicht leisten, weshalb der Beagle heute als einer der verträglichsten Hunde überhaupt gilt. Erst im 20. Jahrhundert fand er seinen Weg in die Wohnzimmer - doch seine jagdliche Vergangenheit prägt sein Wesen bis heute in jeder Sekunde.


Wesen: Fröhlich, dickköpfig und hochsozial

Der Beagle ist ein grundweg fröhlicher Hund. Sein Wesen ist liebenswürdig, aufgeweckt und zeigt keinerlei Anzeichen von Angriffslust oder Ängstlichkeit. Als ausgesprochenes Rudeltier benötigt er zwingend die Gesellschaft anderer Hunde oder den sehr engen Anschluss an seine vertrauten Menschen. Eine Haltung im Zwinger ist für diesen sozialen Hund absolut ungeeignet.

In seinem kleinen Körper schlägt das Herz eines ausdauernden Jägers. Bei der Verfolgung einer Fährte beweist er eine fast sture Zielstrebigkeit. Hat der Beagle erst einmal eine interessante Spur in der Nase, schaltet sein Gehör oft komplett auf Durchzug. Diese Selektion auf eigenständiges Arbeiten in der Meute macht ihn heute zu einem charmanten, aber oft sehr eigensinnigen Begleiter.


Erziehung: Ein Geduldsspiel für Kenner

Beagle dreifarbig stehend

Der Beagle (tricolor)

Die Erziehung eines Beagles wird oft unterschätzt. Sein sanfter Blick verleitet dazu, ihm alles durchgehen zu lassen - ein Fehler, den der schlaue Hund sofort ausnutzt. Er ist ein anspruchsvoller Hund, dessen Halter im Idealfall bereits Erfahrung mit Jagdhunden haben sollte. Ein Beagle braucht eine feste, aber liebevolle Hand und vor allem unendliche Geduld.

Da er jahrhundertelang darauf gezüchtet wurde, selbstständig Entscheidungen auf der Spur zu treffen, hinterfragt er Kommandos stets auf ihre Sinnhaftigkeit. Er ist nicht „ungehorsam“ im klassischen Sinne, er ist lediglich sehr fokussiert auf seine biologische Bestimmung: das Jagen. Ein verlässlicher Rückruf im Wald ist die Königsdisziplin der Beagle-Erziehung und gelingt bei vielen Exemplaren nur mit konsequentem Schleppleinentraining über Jahre hinweg.


Haltung: Bewegung und die "Nase-Boden-Logik"

Der Beagle braucht viel Auslauf und Bewegung. Ein kurzer Spaziergang um den Block reicht ihm bei weitem nicht aus. Er möchte schnüffeln, suchen und die Welt mit der Nase erkunden. Da er ein Meutehund ist, neigt er dazu, übermäßig zu fressen - Beagle sind regelrechte Staubsauger und finden jedes weggeworfene Butterbrot in hundert Metern Entfernung.

Für die Stadtwohnung ist er geeignet, sofern er körperlich und geistig ausgelastet wird. Er schlägt zuverlässig an, wenn Besucher kommen, ist aber aufgrund seiner Freundlichkeit kein klassischer Wachhund. Seine Verfressenheit kann man sich im Training zunutze machen: Für ein Leckerli tut ein Beagle fast alles - solange keine frische Hasenfährte in der Luft liegt.


Fell, Farben und Besonderheiten

Das Fell des Beagles ist kurz, sehr dicht und extrem wetterbeständig. Es bietet optimalen Schutz gegen Dornen und Gestrüpp während der Jagd. Die Pflege ist denkbar einfach: Gelegentliches Bürsten reicht aus, wobei man während des Fellwechsels über die Menge der kurzen, harten Haare in der Wohnung staunen kann.

Die Farben: Erlaubt ist jede anerkannte Houndfarbe (Dreifarbig: Schwarz/Braun/Weiß; Zweifarbig: meist Zitronengelb/Weiß). Ein wichtiges Merkmal ist die weiße Rutenspitze. Diese diente früher dazu, den Hund im hohen Gras für den Jäger sichtbar zu machen. Die einzige Farbe, die im Standard nicht erwünscht ist, ist Leberbraun.


Gesundheit: Worauf man achten muss

Obwohl der Beagle als robuster Hund gilt, gibt es einige rassetypische Erkrankungen, über die sich Halter informieren sollten:

  • Bandscheibenvorfälle: Aufgrund seines Körperbaus können Rückenprobleme auftreten.
  • Beagle-Pain-Syndrome: Eine entzündliche Gefäßerkrankung (Vaskulitis), die meist junge Hunde betrifft.
  • Epilepsie: Kommt in einigen Linien gehäuft vor.
  • Übergewicht: Die größte Gefahr für einen Beagle ist seine Gier nach Futter, was zu Gelenkproblemen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen kann.
  • Augen: Grauer oder Grüner Star treten gelegentlich auf.


Häufige Fragen (FAQ) zum Beagle

Kann man einen Beagle ohne Leine laufen lassen?
Das ist die größte Herausforderung. Viele Beagle müssen aufgrund ihres extremen Jagdtriebs in Waldnähe an der Schleppleine bleiben, da sie Spuren kilometerweit verfolgen.

Sind Beagle für Allergiker geeignet?
Nein. Sie verlieren zwar kurze, aber viele Haare und produzieren Hautschuppen wie jeder andere Hund auch.

Warum heulen Beagle manchmal so seltsam?
Beagle bellen nicht nur, sie geben „Geläut“. Dies ist ein tiefes, kehliges Heulen, das in der Meute dazu dient, den anderen Hunden und dem Jäger den Fund einer Spur anzuzeigen.

Ist er ein guter Familienhund?
Ja, er ist extrem kinderlieb und geduldig. Er braucht jedoch eine Familie, die seine Sturheit mit Humor nimmt und ihn sportlich fordert.


Beagle Bildergalerie

Sehen Sie die fröhlichen Meutehunde in Aktion:

Foto: ©Sally Wallis/Fotolia

Copyright

Alle Texte auf dieser Webseite (hundeseite.de) sind urheberrechtlich geschützt. Eine Veröffentlichung, Vervielfältigung oder Nutzung jeglicher Inhalte ist ohne vorherige schriftliche Zustimmung ausdrücklich untersagt.

8 Gedanken zu „Beagle“

  1. Ich hatte eine Beagle Huendin, die war einfach klasse. Wir haben Agility betrieben und ich konnte sie super ohne Leine laufen lassen. 12 Jahre wurde sie alt. Meine Liebe zum Beagle ist geblieben obwohl ich nun in der Nachfolge eine jagende und sture Huendin habe. Sie wird vermutlich nie frei laufen duerfen, aber das Risiko geht man bei eimem Jagdhund nun mal ein.

    Antworten
  2. Hallo 🙂
    Ich habe auch einen Beagle , sie ist mittlerweile schon 7 Jahre . Ich hab sie von einem Züchter als Welpe gekauft und sofort mit meinem Kaninchen bekannt gemacht . Nach paar Tage konnte ich meinen Hund und Kaninchen zusammen im Garten laufen lassen. In den ganzen 7 Jahren hat meine Hündin kein einziges mal Jagdtrieb gezeigt oder Anstalten gemacht zu jagen . Viel mehr hat sie große Angst vor Schafen und Kühen . Die Erziehung war auch nicht schwer , mit Leckereien ging das prima . Jetzt sag ich immer meine Hündin hört zu 99% . Ab und zu mag sie mich auch gerne mal ignorieren aber sonst hört sie aufs Wort , niemals Schwierigkeiten mit ihr gehabt und ich hoffe das wird auch weiterhin so bleiben .

    Antworten
    • Hallo Joline!
      Heute habe ich Ihren Kommentar gelesen,auch wir haben so ein liebes Mädchen,
      heißt Sina u.ist jetzt 9 Jahre. Ich glaube unsere Mädchen sind Zwillinge denn sie hat das gleiche Verhalten! Sina ist sehr familienfreundlich,kinderlieb,oft zu lieb anderen Leuten
      gegenüber allerdings weiß sie auch wann es Zeit ist um Gassi zu gehen und das sind
      doch min.1-2 Stunden am Tag.Auch Sie läuft meißt bei unseren Gassitouren ohne Leine! Wenn sie mal wieder in den Wind riecht ,reicht der Ruf lass die Katze, dann ist alles vorbei (meistens,oft) aber „meine Belohnung“ Bitte! Ich möchte noch sagen ein Beagle war unser erster Hund, wohnen in der Stadt, gassi gehn wir nur im Wald od.
      über die Felder,weil sie ihr „Geschäft“ nur im Grünen macht.
      SIE ist einfach unser drittes KIND!!

      Antworten
  3. Hallo, habe auch einen laborbeagle, sind die besten Hunde überhaupt. Ich habe mein ganzes leben lang Hunde gehabt, insbesondere Hündinen verschiedener Rassen. Mein Tipp: Beagles sind äusserst sensible Hunde und brauchen Ihre volle Aufmerksamkeit, viel Bewegung und jeden Tag eine Diät!

    LG Chico und Josef

    Antworten
  4. Hallo, wie kommt ihr nach jetziger kenntnis mit eurem laborbeagle klar?
    ich überlege auch ob ich mir meinen neuen freund aus den labor retten soll.
    wie sieht das mit dem jagdtrieb aus?
    ich hatte bisher auch einen beagle aber schon als welpe und dort war es harte arbeit bis ich das abgestellt hatte.
    ich denke aber mit meinem jetzigen wissen sollte es kein problem mehr werden.
    gruß waldi

    Antworten
  5. Hallo,
    haben seit März 2011 einen LaborBeagle, jetzt 19 Monate alt.
    Ein Wunschhund, mit etwas Geduld und Zuneigung, aber auch mit der nötigen Strenge bei der Erziehung, ein toller Hund.
    Immer wieder Beagle.
    Schöne Grüße aus Krummhörn

    Antworten

Schreibe einen Kommentar